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Ganz Hessen ein Hotspot : Bouffier lehnt schärfere Corona-Regeln ab

Kurs halten: Hessens Ministerpräsident Bouffier Bild: dpa

Die Corona-Normalstationen in Hessen füllen sich weiter. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt deutlich über dem Durchschnitt im Bund. Der Frankfurter Inzidenz-Wert ist weiter nicht korrekt und zu tief angegeben.

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          Zum Dienstag bekommt auch der Werra-Meißner-Kreis den unerfreulichen Hotspot-Status. Bisher war diese ländliche Region die einzige in Hessen ohne eine Sieben-Tage-Inzidenz von 350 an drei Tagen hintereinander. Mit dieser relativen Ruhe ist es nun vorbei. Dies folgt aus dem Corona-Bulletin des Sozialministeriums. Demnach weisen zudem sieben Landkreise und Großstädte mittlerweile eine vierstellige Inzidenz auf. Der auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts genannte Frankfurter Wert stimmt nach Angaben des Gesundheitsamts aber nicht.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          In Hessen sind trotz des starken Anstiegs der Infektionszahlen keine neuen Corona-Vorgaben geplant. Es gebe keine Verschärfungen, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montagabend in Wiesbaden nach Abschluss der Bund-Länder-Beratungen laut dpa. Da aber noch nicht abgeschätzt werden könne, wie sich die Corona-Lage weiter entwickelt, bleibe es bei den geltenden Vorgaben. Der bestehende Kurs werde beibehalten, es müsse weiter vorsichtig vorgegangen werden, betonte der Regierungschef. Die derzeit geltende Corona-Verordnung in Hessen gilt Bouffier zufolge bis zum 12. Februar.

          „Hessens Wirtschaft begrüßt, dass die bestehenden Auflagen nicht verschärft werden.„ Doch die nur vagen Ankündigungen von Öffnungen seien schlechte Nachrichten für viele Betriebe. Änderungen erst Ende Februar oder Anfang März kämen für sie zu spät. „Je länger 2G im Einzelhandel und 2G-Plus im Gastgewerbe andauern, desto gravierender die wirtschaftlichen Folgen“, heißt es in einer ersten Reaktion des Hessischen Industrie- und Handelskammertags.

          Probleme bei Datenübertragung

          Derweil kommt eine interessante Nachricht aus der Frankfurter Universität: Eine neue Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Goethe-Universität und der University of Kent zeigt, dass die SARS-CoV-2 Omikron-Variante weniger gut zelluläre Abwehrmechanismen („die Interferonantwort“) gegen Viren blockieren kann als die Delta-Variante. Außerdem deuten Zellkulturdaten darauf hin, dass acht wichtige Wirkstoffe gegen COVID-19 auch die Vermehrung der Omikron-Variante hemmen.

          Die Städte und Kreise mit vierstelliger Inzidenz sind Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach und Frankfurt sowie die Kreise Darmstadt-Dieburg, Hochtaunus und Main-Taunus. In Wiesbaden und Darmstadt ist die Kennziffer über Nacht gesunken, in Frankfurt etwa dagegen gestiegen. Der Wert für die Mainmetropole ist der fünfthöchste in Hessen, nachdem die Stadt bis Mitte vergangener Woche mit Abstand die meisten Neuinfektionen binnen sieben Tagen unter 100.000 Einwohnern gemeldet hatte. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zeigt sich besorgt wegen der Lage an Schulen.

          Zu bedenken ist dessen ungeachtet folgendes: In Frankfurt dürfte die Inzidenz deutlich höher liegen, als vom RKI angegeben. Grund hierfür sei noch immer ein Problem mit der RKI-Meldesoftware Surfnet, heißt es aus dem Gesundheitsamt. Nach einem Update ist es den Angaben eines Sprechers des Amtes in mehreren Gesundheitsämtern zu Problemen gekommen, die eine Meldung der Daten weiterhin erschwerten. Es werde mit Hochdruck an einer Lösung des Problems gearbeitet. Jedoch, so der Sprecher weiter, sei das Meldeprogramm, mit dem das RKI arbeite, veraltet und nie dafür konzipiert gewesen, dass bundesweit so viele Ämter zeitgleich darauf zugreifen. 

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