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Fußball-Weltmeisterschaft : Gute Nachfrage und noch Platz bei den Hotels

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Bei der Frage, wie stark die Fußball-Weltmeisterschaft die wirtschaftliche Entwicklung in der Region beeinflußt, gehen die Prognosen auseinander. In der Hotelbranche herrschte stets Einigkeit darüber, ...

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          Bei der Frage, wie stark die Fußball-Weltmeisterschaft die wirtschaftliche Entwicklung in der Region beeinflußt, gehen die Prognosen auseinander. In der Hotelbranche herrschte stets Einigkeit darüber, daß die Ausrichtung des Fußballfestes genauso der nachhaltigen Werbung für den Standort dienen solle wie dem kurzfristigen Geschäft. Für beinahe jedes Neubauprojekt gilt die WM als magisches Datum, zu dem hin die Zimmer spätestens verfügbar sein müssen. Vermarktet wird längst, auch in Häusern, die noch gar nicht eröffnet sind, wie etwa das neue Mövenpick-Hotel nahe der Messe. Unterdessen haben einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zufolge etliche Häuser schon gemeldet, daß sie an den Spieltagen in Frankfurt ausverkauft seien. Zum Teil kann das jedoch in der nächsten Woche wieder anders aussehen.

          In der Commerzbank-Arena werden die Gruppenspiele England - Paraguay (10. Juni), Südkorea - Togo (13. Juni), Portugal - Iran (17. Juni) und Niederlande - Argentinien (21. Juni.) ausgetragen, am 1. Juli findet dort die Begegnung im Vierttelfinale statt. Eine Umfrage zur Buchungslage ergibt ein uneinheitliches Bild. Viele Häuser hätten noch Kapazitäten, die Nachfrage sei insgesamt "noch nicht so groß", heißt es bei der städtischen Tourismus + Congress GmbH. "Wir sind so gut wie ausgebucht", sagt der Direktor des Hilton Frankfurt, Ronald van Weezel. Auch die vier Steigenberger-Hotels in Frankfurt und Umgebung sind zur WM-Hauptzeit im Juni schon zu 65 bis 90 Prozent belegt. An den Spieltagen hat nur noch das Haus in Bad Homburg Kontingente.

          "Die Zimmer werden gut nachgefragt, aber wir haben sicherlich noch Platz", sagt Oliver Staas, Generaldirektor des neuen Radisson-SAS-Hotels in der City West. "Wenn ich jetzt sage, daß wir ausgebucht sind, sage ich womöglich ,nein' zu einem zukünftigen Geschäft", fügt er hinzu: Wie nahezu alle Kettenbetriebe in der Region und auch einige Privathotels vermarktet das scheibenförmige Radisson-Haus zur WM einen Teil seiner Zimmer selbst und hat andere der "Fifa World Cup Accomodation Services", dem Hotelzimmerkonsortium des Weltfußballverbandes, zur Verfügung gestellt. 20 bis 50 Prozent der Kapazitäten je Hotel sind durch die Vereinbarungen mit dem Weltfußballverband gebunden, bestätigt der Steigenberger-Konzern. Der 28. Februar ist der nächste Tag, an dem Kontingente zurückgegeben werden können.

          Knapp 80 Hotels in der Region sind bei der 2004 gegründeten "Accomodation Services" registriert, insgesamt sind es während der WM in allen Spielorten zusammen mehr als 550. Alle haben sich, freilich nicht bindend, zu maßvoller Preispolitik während der Fußballtage verpflichtet. Im "Hilton", einem Fünf-Sterne-Haus, werden die Zimmer an den Spieltagen zwischen 459 und 829 Euro je Nacht kosten. Das sei die "Rackrate", also der in den Zimmern oft in der Innenseite der Schranktür ausgewiesene Höchstpreis, sagt van Weezel: "Wir behandeln die WM wie eine Messe, nicht anders." Im "Radisson" (vier Sterne) zu wohnen wird nach Angaben von Oliver Staas zwischen 185 und 400 Euro kosten. Und wem es in den Hotels gefallen hat, der hat die Möglichkeit, nach der WM und außerhalb von Messen in denselben Häusern erheblich günstiger zu übernachten, zumal am Wochenende, das in der Geschäftsstadt längst schon am Donnerstag anfängt. Daß viele das tun werden, hoffen die städtischen Tourismusförderer, und die Hoteliers erst recht. "Die WM ist eine gute Möglichkeit, eine andere Klientel nach Frankfurt zu holen", sagt van Weezel, "Freizeitreisende statt Geschäftsreisende."

          (jv./lhe.)

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