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Fußball : Keine weichen Knie: Reimann redet Eintracht stark

Spätestens jetzt ist aus dem Zwei- ein Dreikampf geworden. Während alles von dem Aufstiegsendspiel zwischen dem FSV Mainz05 und der Frankfurter Eintracht spricht, springt Greuther Fürth auf Rang drei.

          FRANKFURT. Spätestens jetzt ist aus dem Zwei- ein Dreikampf geworden. Während alles von dem vermeintlichen Aufstiegsendspiel zwischen dem FSV Mainz05 und der Frankfurter Eintracht spricht, spult die Spielvereinigung Greuther Fürth konsequent ihr Pensum ab und grüßt seit Sonntag als Tabellendritter. 2:1 siegten die Männer von Trainer Eugen Hach bei Eintracht Trier. Doch Willi Reimann hat es nicht sonderlich interessiert. Der Trainer der Frankfurter Eintracht bleibt seiner Linie treu, schaut stur nur auf sich und seine Mannschaft und tut alles mögliche, um seine Profis punktgenau auf die Prüfung am Mainzer Bruchweg (20.15 Uhr, live im DSF) einzustellen. "Alle sind hochmotiviert und bereit für das Derby", weiß Reimann zu berichten, den besonders die "große Anteilnahme" an dieser in der Tat mitentscheidenden Partie um den Bundesliga-Aufstieg erfreut. Reimann ist sicher: "Egal ob im Stadion, am Fernseher oder im Radio: Die Zuschauer werden ein gutes Spiel erleben."

          Mit breiter Brust, hat Reimann am Sonntag angekündigt, will man sich beim punktgleichen Tabellennachbarn im neuen Stadion am Bruchweg präsentieren. "Wir haben eine sehr gute Auswärtsbilanz, und ich bin sicher, daß wir in der Lage sind, auch bei Mainz 05 zu gewinnen." Seine Zuversicht begründet der Eintracht-Trainer unter anderem in der Rückkehr von zwei Stammspielern. Albert Streit und Jermaine Jones, die beiden noch gegen Union Berlin gesperrten Profis, sind wieder spielberechtigt und dürften sich in der Startformation der Eintracht wiederfinden.

          Eintracht gegen Mainz, Vierter gegen Fünfter: Das Tabellenklassement wird an diesem Montag noch einmal durchgeschüttelt, denn der Sprung der Fürther auf Position drei wird nicht zu halten sein. Frankfurt oder Mainz, einer von beiden wird an den Franken vorbeiziehen und psychologische Vorteile für den Schlußspurt der Liga bei sich sehen. Daß dies die Eintracht sein will, ist verständlich, und deshalb hat Trainer Reimann auch alles möglich gemacht, um seiner Mannschaft die letzten Stunden vor dem vermeintlichen Aufstiegsendspiel so angenehm wie möglich zu machen. Ein leichtes Abschlußtraining in Mainz um 10 Uhr morgens, "wo wir locker unsere Beine ausschütteln wollen", wird ebenso anstehen wie eine ausgiebige Mittagspause und eine anschließende Kuchentafel. Und damit auch jeder Eintracht-Profi weiß, wo die Stärken und Schwächen der Spieler vom Mainzer Trainer Jürgen Klopp liegen, wird Reimann seinen Leuten Videokassetten vorführen. "Und zur Überraschung gibt es eine Aufzeichnung aus dem Hinspiel." Das endete bekanntlich 1:0 für die Eintracht, und Reimann erinnert sich genau: "Klopp war mit seiner Mannschaft überhaupt nicht zufrieden und total enttäuscht."

          Mit seinen Profis ist Reimann vor dem Derby durchaus einverstanden. Alle hätten während der Woche um den Tag der Arbeit gut mitgezogen und ihrem Trainer durch ihre Leistungen die Botschaft vermittelt, "daß wir auf viele Dinge vorbereitet sind". Reimann glaubt: "Mainz kann uns nicht überraschen." Und auch dies glaubt der Frankfurter Trainer: "Von uns wird keiner weiche Knie bekommen."

          Erwartungsgemäß ist das Stadion am Bruchweg mit 18700 Zuschauern ausverkauft. Die Stimmung dürfte prächtig sein, trotz oder gerade wegen der beiden Fangruppierungen. Frankfurter und Mainzer Fußballfans verbindet nicht gerade eine innige Liebe, und so kann man nur hoffen, daß es keine Ausschreitungen mit zündenden Begleiterscheinungen gibt.

          Reimann weiß, daß der Eintracht im Prinzip schon ein Remis genügt. Darauf spielen lassen freilich will der Frankfurter Trainer nicht. "Am Montag kann man nicht auf Unentschieden spielen. Ich erwarte im Gegenteil ein sehr kampfstarkes und offensiv geführtes Spiel." Abwarten. Oft halten die angekündigten Spitzenspiele nicht, was man sich von ihnen verspricht. Übrigens: Zur Einstimmung auf den Aufstiegsgipfel hatte das übertragende DSF ein Fußballspiel zwischen den Pressemannschaften aus Frankfurt und Mainz organisiert. Wenn das Ergebnis eine Orientierungshilfe für den Montag sein soll: Die Frankfurter siegten 7:3.

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