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Fußball : Bayer ist für Klopp kein Thema

Mit Mainz ganz eng verbunden: Trainer Jürgen Klopp Bild: dpa/dpaweb

Aufstiegskampf ist auch Nervensache. Was immer die Konkurrenz nervös machen könnte, ist willkommen. Den FSV Mainz 05 soll das Gerücht verunsichern, Trainer Jürgen Klopp stünde vor einem Wechsel nach Leverkusen. Die Rheinhessen gehen damit souverän und gelassen um. Sie konzentrieren sich ganz auf das richtungsweisende Spiel bei LR Ahlen.

          Aufstiegskampf ist Nervensache. Da wird nicht nur auf dem Platz gearbeitet, da werden auch Giftpfeile verschossen und Gerüchte gestreut. Was immer die Konkurrenz nervös machen könnte, ist willkommen. Beim FSV Mainz 05 zum Beispiel muß man sich außer mit der sportlichen Vorbereitung auf die wichtige Partie an diesem Montag bei LR Ahlen auch mit dem immer wieder aufgewärmten Gerücht auseinandersetzen, Trainer Jürgen Klopp stünde vor einem Wechsel zu Bayer Leverkusen. Klopp selbst kommentiert diese Meldung nicht, erklärt immerhin, nicht in Verhandlungen mit Bayer zu stehen ("kein Thema"), kann aber natürlich auch nicht grundsätzlich versprechen, daß er "die nächsten zehn Jahre in Mainz bleibt". Die Hoffnung der Konkurrenz aus Frankfurt und Greuth, daß der Mainzer Erfolgstrainer von Leverkusen umworben wird und dadurch in der entscheidenden Phase der Saison Unruhe ins Lager der Rheinhessen sickern könnte, ist nicht begründet. Klopp und die Mainzer Vereinsführung gehen mit der angeblichen Bayer-Offerte vollkommen entspannt um. Manager Christian Heidel kann dabei nicht nur auf einen Vertrag von Klopp bis 2005 (mit einer Option für ein weiteres Jahr) verweisen, sondern auch auf gute Kontakte zu der Leverkusener Vereinsführung um Manager Reiner Calmund. "Bei Bayer weiß man um Klopps Vertrag bei uns. Und man weiß, daß man in einem solchen Fall erst einmal das Gespäch zwischen den Vereinen sucht." Dies, davon gibt sich Heidel überzeugt, würde Calmund respektieren. Daß die Leverkusener Interesse an Klopp haben könnten, fände Heidel alles andere als überraschend. Vor allem für den wahrscheinlichen Fall des Abstiegs der Bayer-Mannschaft in die zweite Liga bräuchte der Verein einen erstklassigen Trainer, der sich auch in der zweiten Klasse auskennt. "Natürlich kommt man da auf Klopp", sagt Heidel. "Ganz einfach, weil er der Beste ist." Eine Anfrage aus Leverkusen habe es bislang aber nicht gegeben, sagt Heidel. Damit sich die Gerüchte nicht verdichten, sondern in Luft auflösen, dazu können die Mainzer Spieler in den letzten drei Saisonpartien selbst Wesentliches beitragen. Sieben Punkte brauchen sie noch aus den Partien in Ahlen, gegen Lübeck und in Braunschweig, dann hätten sie den Aufstieg geschafft. Und hätten sie sich diesen Traum erfüllt, dann wäre die Wahrscheinlichkeit, daß sich Klopp nach Leverkusen (und damit wahrscheinlich wieder in die zweite Liga) verabschieden würde, gleich Null.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Jetzt also Ahlen. Vor Beginn der Dienstreise stehen die Mainzer nach den Siegen von Greuth und Frankfurt punktgleich hinter den beiden Konkurrenten auf Platz fünf. Die Rechnung ist einfach: Ein Punkt - und man ist wieder Dritter, drei Zähler - und man hätte ein schönes Polster vor den beiden letzten Spieltagen. "Die eigene Qualität auf den Platz bekommen", das ist das Ziel von Klopp für diesen Montag. Weil er dabei auf den gesperrten Dennis Weiland verzichten muß, ist zumindest eine Umbesetzung im Vergleich zu der Partie gegen die Frankfurter Eintracht notwendig. Doch es könnte auch ein größerer Personalwechsel anstehen. Stürmer Woronin und Verteidiger Nikolic sind angeschlagen, dafür sind Bulajic, Christ und Azaouagh wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Wer immer in Ahlen auflaufen wird, Klopp ist siegessicher: "Wir wollen und wir werden dieses Spiel gewinnen."

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