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Fund in Grube Messel : Von Blüte zu Blüte vor 47 Millionen Jahren

Steinalt: „Pumiliornis tessellatus“ hat zu Lebzeiten Nektar gesaugt. Bild: dpa

Ein Fossil aus der Grube Messel bringt nun den Beweis: Schon vor 47 Millionen Jahren haben Vögel Blüten bestäubt. Damit ist das bisher älteste Kolibri-Fossil überholt.

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          Des einen Freud ist des anderen Leid: Während Allergiker den Pollenflug im Frühling verdammen, freuen sich die Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstitutes über Pollenkörner – versteinerte allerdings. Die beweisen nämlich, dass schon vor mindestens 47Millionen Jahren Vögel Blüten bestäubt haben. Der Mageninhalt eines Vogel-Fossils, das in der Ölschiefergrube Messel bei Darmstadt entdeckt wurde, brachte den Beweis. Die verschieden großen Pollenkörner befanden sich in so großer Menge im Magen des Tiers, dass die Forscher sicher sind, dass der Vogel Nektar gesaugt hat. Einschließlich Schnabel war der Vogel acht Zentimeter groß. In seinem Magen konnten zwei verschiedene Typen von Pollen identifiziert werden. Mit dem 1,5 Zentimeter langen Schnabel habe der Vogel „Pumiliornis tessellatus“ vermutlich vor allem Nektar gesaugt und dabei Pollen aufgenommen. In der nächsten Blüte habe er sie dann wieder abgegeben, sagte Gerald Mayr, Leiter der Ornithologie am Senckenberg-Forschungsinstitut.

          Sofia Dreisbach
          Redakteurin in der Politik.

          Bisher war der älteste Beweis für Blütenbestäuber ein Kolibri-Fossil aus dem frühen Oligozän vor etwa 30 Millionen Jahren. Blüten bestäubende Insekten sind bis in die Kreidezeit belegt. Aus dem Fund des Vogel-Fossils können die Forscher weitere Rückschlüsse ziehen. Da schon vor 47 Millionen Jahren Vögel Blüten bestäubten, ist davon auszugehen, dass sich einige Pflanzen daran angepasst haben. Für die sogenannte Ornitophilie hat es bisher noch keine Belege gegeben. Ornithologe Mayr erklärt, wieso der Vogel-Fund dafür besonders wichtig ist: Die typischen Merkmale von durch Vögel bestäubter Pflanzen seien rote Blüten oder schwacher Duft, sagte Mayr. „Und die können fossil nicht erhalten bleiben.“

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