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„Fürstliches Gartenfest“ in Langen : Außergewöhnliche Pflanzen und Border Collies

Farbenspiel: Tausende Besucher bewundern die Blütenpracht im Obstgarten des Schlosses. Bild: Sick, Cornelia

Rund 21.400 Menschen besuchen das „Fürstliche Gartenfest“ und erleben ein Programm mit britischem Akzent.

          Schloss Wolfsgarten bei Langen hat schon viele Besucher gesehen. Zar Nikolaus II. und dessen Frau Alexandra (Alix), die Schwester von Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein, waren dort 1903 zu Gast. Häufiger hielten sich die britischen Verwandten des Hauses Hessen zu privaten Visiten in der weitläufigen Parkanlage auf. Beim Staatsbesuch von Königin Elisabeth II. 1965 in Deutschland schloss sich ein Aufenthalt in Schloss Wolfsgarten an. Begleitet wurde die Monarchin damals von ihrem Gemahl, Prinz Philip.

          Eberhard Schwarz

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Kreis Offenbach.

          Auch der britische Thronfolger Prinz Charles, Prinzessin Anne sowie die Prinzen Andrew und Edward kennen das Anwesen aus eigenem Erleben. Ihre Namen und das Datum ihres Aufenthalts gravierten sie in eine Fensterscheibe ein. Bis ins 18. Jahrhundert reichen die verwandtschaftlichen Beziehungen des Hauses Hessen zum britischen Königshaus zurück.

          Das Wetter spielte mit

          Rund 21.400 Besucher haben sich am Wochenende von der besonderen Atmosphäre des Parks von Schloss Wolfsgarten verzaubern lassen. Zum siebten Mal veranstalteten die Hessische Hausstiftung und Donatus Landgraf von Hessen dort das „Fürstliche Gartenfest“, das inzwischen eine feste Größe im Terminkalender der Region darstellt. In diesem Jahr stand das Sonderthema „English Gardening“ im Vordergrund. An drei Tagen – von Freitag bis Sonntag – war Gelegenheit, auf den verschlungenen Wegen des weiträumigen Areals an insgesamt 177 Ständen entlang zu flanieren und dabei zahlreiche Anregungen für die Gestaltung des eigenen Gartens mitzunehmen.

          Das milde und sonnige Wetter gerade am Samstag und Sonntag zog ein interessiertes und fachkundiges Publikum an. An den Eingängen war schon kurz nachdem der Park geöffnet wurde starker Andrang. Viele Besucher traten den Heimweg am Nachmittag mit Tüten voller Blumenzwiebeln oder kleinen Transportwägelchen, gefüllt mit gerade erworbenen Pflanzen und Gartenutensilien, an. Doch nicht nur Hobbygärtner, auch historisch interessierte Besucher kamen auf ihre Kosten: Im Schwimmbad war eine Ausstellung zu sehen, die – passend zum Sonderthema – die familiären Verbindungen des Hauses Hessen nach Großbritannien, aber auch jene zur Zarenfamilie dokumentierte. Zahlreiche Fotos vermittelten einen Eindruck von den Aufenthalten der adligen Gäste in Schloss Wolfsgarten.

          Schottisches Flair mit Dudelsack

          Zu den Stärken des „Fürstlichen Gartenfests“ gehört die Vielfalt des Angebots. Liebhaber außergewöhnlicher Pflanzen werden dort ebenso fündig wie Gartenfreunde, die einen alten steinernen Brunnen suchen oder zuhause zwischen Bäumen und Sträuchern einen künstlerisch gestalteten Akzent setzen wollen. Wie übergroße Blumen wirkten etwa die aus Metall und Glas gefertigten Werke der britischen Kunstschmiedin Jenny Pickford, die zum ersten Mal dabei war. Der Kauf einer solchen Skulptur, die mehrere tausend Euro kosten kann, sei keine Augenblicksentscheidung, sagte sie. Die Leute informierten sich; mancher Interessent melde sich dann später. „Mal sehen, was passiert“, sagte Pickford.

          Der Frankfurter Palmengarten erwies dem Sonderthema auf originelle Weise Reverenz: Dort war ein Blumenbeet als britische Flagge gestaltet worden. Mit Dudelsackklängen verbreitete die Drum & Pipe-Band „Targe of Gordon“ aus Fulda schottisches Flair. Die Mitglieder tragen bei ihren Auftritten originalgetreue Regimentsuniformen der „Gordon Highlanders“.

          Hunde beherrschen viele Sprachen

          Vorträge zu gärtnerischen Themen, Workshops und Rundgänge bereicherten auch in diesem Jahr wieder das Programm des „Fürstlichen Gartenfests“. Als besondere Zuschauerattraktion erwiesen sich Vorführungen der Arbeit von „Border Collies“, britischen Hütehunden. Tom Daume, Hobbyschafhalter vom Schnuckenhof in Effolderbach, hatte dazu einige britische Shropshire-Schafe mitgebracht, denen seine vierbeinigen Helfer Jesse, Fly, Dice und Annie ihre ganze Aufmerksamkeit widmeten. Mit Kommandos in deutscher, englischer, spanischer und norwegischer Sprache ließen sich die Hunde präzise einzeln dirigieren.

          Wer sich nach so viel Aktion nach einem gepflegten Whisky sehnte, war am Stand „Whisky-Koch“ von Marion und Christopher Pepper gut aufgehoben. In Darmstadt betreiben beide ein Whisky-Fachgeschäft; zum Gartenfest brachten sie das hochprozentige Getränk in zahlreichen Geschmacksvarianten mit. „Whisky-Koch“ veranstaltet Whisky-Dinners, bei denen Christopher Pepper nicht mit, sondern passend zum jeweiligen Whisky kocht. Bei einem Workshop führte der Whisky-Liebhaber am Sonntag auch in die Geheimnisse des „Uisge Beatha“, des „Wassers des Lebens“, ein.

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