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Für die Forschung : Was passiert, wenn Zootiere sterben?

  • -Aktualisiert am

Musste im April eingeschläfert werden: Tigern Malea im Frankfurter Zoo Bild: Fabian Fiechter

Totenschein, Obduktion, Kremation: Wenn ein Zoobewohner verendet, läuft vieles wie beim Tod eines Menschen. Manchmal aber auch ganz anders.

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          Sein Blick ist unvergessen. Ruhe und Souveränität soll er ausgestrahlt haben. Und für manche Zoobesucher hatte Matze sogar etwas Majestätisches. Heute erinnert eine Büste vor dem Menschenaffenhaus an das Gorilla-Männchen, das einst der Publikumsliebling im Frankfurter Zoo war. Geboren im zentralafrikanischen Regenwald, verbrachte das beeindruckende Tier seine ersten Jahre mit einer reisenden Schaustellerfamilie. Erst 1969 kam es nach Frankfurt und nahm seinen Platz als Oberhaupt der Gorilla-Gruppe ein. Insgesamt 18 Nachkommen zeugte Matze in den darauffolgenden Jahrzehnten. Sein letzter Sprössling kam 2007 zur Welt, als Matze selbst schon ein Alter von 50 Jahren erreicht hatte – zehn bis 15 Jahre über der üblichen Lebenserwartung seiner Artgenossen in der Natur.

          Die Eröffnung des neuen Menschenaffenhauses 2008 erlebte Matze noch mit, nicht viel später wurde der Silberrücken jedoch eingeschläfert. „Das war eine meiner schwersten Entscheidungen“, sagte der damalige Zoodirektor Manfred Niekisch an jenem Tag. Es sei aber der richtige Zeitpunkt gewesen. Der Silberrücken war wegen Altersschwäche und fortschreitender Arthrose von 230 auf 120 Kilogramm abgemagert. So schwach und krank wird er aber den wenigsten in Erinnerung bleiben. Dafür sorgt schon die Matze-Büste im Affenhaus.

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