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FSV Mainz 05 : Bedingungslose Offensive

  • -Aktualisiert am

Wieder am Ball: Ridle Baku erhofft sich mehr Einsatzzeiten. Bild: Imago

Mainz 05-Trainer Sandro Schwarz fordert Lösungen, vor allem im Offensivverhalten der Mannschaft. So forciert der FSV am fünften Tag des Trainingslagers im andalusischen Estepona ein neues System.

          Sandro Schwarz ahnte, wie seine Beurteilung der ersten Defensivtrainingseinheit wirken würde. „Das wird doch langweilig, wenn ich schon wieder sage, es war sehr gut“, sagte der Trainer des FSV Mainz 05. Aber was hätte er am fünften Tag des Trainingslagers im andalusischen Estepona anderes sagen sollen? Selbst jemand, der die Übungen inhaltlich nicht verstanden hätte, wäre zu dem Schluss gekommen, dass die Profis des Bundesligavereins genau das umsetzten, was ihre Coaches von ihnen sehen wollten – wie schon an den vorherigen Tagen, als es um das Offensivverhalten ging.

          Denn nur ein einziges Mal war der Ton des Cheftrainers etwas schärfer geworden, und das geschah nach dem Ende der 65-minütigen Einheit, als gerade die letzten Akteure im Begriff waren, das Gelände des Complejo Deportivo Arroyo Enmedio zu verlassen, auf dem Platz aber noch einige Leibchen und andere Utensilien lagen. „Die jungen Spieler zurück“, ordnete Schwarz an. Das hätte freilich fast jeder Akteur des Mainzer Kaders sein können, Jean-Philippe Mateta und Ridle Baku folgten dem Ruf und klaubten die vergessenen Materialien auf.

          Stammplatz zurückerobern

          Letzterer kämpft in der Rückrundenvorbereitung darum, seinen Stammplatz im Mittelfeld zurückzuerobern, den er sich in den letzten drei Partien der vorigen Saison als Ligadebütant erkämpft und bis zum achten Spieltag der laufenden Runde behauptet hatte – bis ihn ein Syndesmosebandriss im linken Fuß stoppte und zu zwei Monaten Pause zwang. „Das war schon eine schwierige Zeit“, räumt der 20-Jährige ein. „Man hat mir zwar gesagt, ich dürfe kein Fußball spielen, aber ich habe trotzdem ein bisschen was mit dem Ball gemacht. Jjetzt muss ich mich wieder in die Mannschaft reinbeißen.“

          Sein Trainer wird, sofern sich keiner der infrage kommenden Akteure bis zum Punktspiel beim VfB Stuttgart am Samstag nächster Woche verletzt, die schwierige Aufgabe haben, einen von fünf Kandidaten für die Mittelfeldraute auf die Bank zu setzen. Kunde Malong dürfte seinen Platz als Sechser sicher haben, der immer stärker werdende Jean-Paul Boëtius auf der Zehnerposition ebenfalls. Bleiben drei mögliche Achter: Jean-Philippe Gbamin, Danny Latza – und Ridle Baku. Um die Rollen als Back-up bewerben sich unter anderem Alexandru Maxim und Levin Öztunali.

          Eitel Sonnenschein

          Dass der Konkurrenzkampf so intensiv auf hohem Niveau geführt wird, lässt die Stimmung der Verantwortlichen dem Wetter der ersten fünf Tage entsprechen: eitel Sonnenschein. Daran vermochte die 2:3-Niederlage gegen Standard Lüttich nichts zu ändern, auch wenn sie etwas ärgerlich zustande kam. Denn die Elf, die Sandro Schwarz in der ersten Halbzeit aufs Feld geschickt hatte, beherrschte den belgischen Erstligaklub von der zehnten Minute an komplett. Boëtius und Mateta erzielten die Tore, Mateta und Boëtius bereiteten sie vor. Und die Mainzer praktizierten exakt jenes Offensivverhalten, das sie zuvor im Training einstudiert hatten, als es verboten war, nach dem Überqueren einer Linie 24 Meter vor dem Tor den Sektor noch einmal nach hinten zu verlassen.

          Die Hinrundenanalyse hatte ergeben, dass das Angriffsspiel einer der Bereiche mit dem größten Entwicklungspotential darstellte. „Mehr Zug zum Tor“, fordert Schwarz, gerade im letzten Drittel des Spielfelds.

          Egal, ob der Ball über die Flügel, von den Halbpositionen oder aus dem Zentrum kommt, sollen seine Akteure bedingungslos nach vorwärts gerichteten Lösungen suchen. Die auf allen Positionen veränderte Elf der zweiten Halbzeit gegen Standard Lüttich knüpfte daran nur eine knappe Viertelstunde an – nach dem ersten von zwei Foulelfmetergegentoren lief nicht mehr viel zusammen. An diesem Samstag treten die Mainzer gleich zweimal gegen den SC Freiburg an; damit sollen möglichst viele Spieler die Gelegenheit erhalten, einen Test über 90 Minuten zu bestreiten.

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