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FSV Frankfurt : Möhlmann spürt die Grenzen

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Spiel ohne Spaßfaktor: Benno Möhlmann kommt bei der Begegnung mit Erzgebirge Aue ins Zweifeln, ob er noch am richtigen Platz ist. Bild: dpa

Der Trainer des FSV kommt nach dem 0:1 in Aue so sehr ins Grübeln, dass er über seinen Abschied nach der Saison nachdenkt. Trotzdem rechnet der Klub fest mit ihm.

          Aufgewühlt war Benno Möhlmann immer noch, daran konnte auch der zeitliche Abstand zum großen sportlichen Rückschlag nichts ändern. Der Fußballtrainer des FSV Frankfurt blieb am Montag auf der Geschäftsstelle vor seinem Gesprächspartner nicht ruhig stehen, sondern lief ständig ein paar Schritte hin und her, als er auf den in jeder Hinsicht bemerkenswerten Arbeitstag in Aue zurückblickte. Am Sonntag nach dem 0:1 des FSV beim Zweitliga-Tabellenvorletzten hatte Möhlmann plötzlich Rücktrittsgedanken gehegt, so groß waren sein Ärger und seine Enttäuschung über den niederschmetternden Auftritt der Mannschaft. Und auch am Montag sagte er dieser Zeitung: „Man muss ganz offen reden. Ich denke, dass es sinnvoll ist, dass wir uns nach dieser Saison noch mal zusammensetzen und darüber sprechen, ob es Sinn macht, weiter zusammenzuarbeiten.“ Einen sofortigen Rücktritt aber schloss der Sechzigjährige aus. Denn: „Ich habe noch nie eine Mannschaft im Stich gelassen.“ Und weiter: „Die Spieler wissen, dass ich keine total verrückten Dinge mache.“

          Ziemlich unerwartet hat Möhlmann für mächtig Wirbel bei den Bornheimern gesorgt. Der FSV in der neuen Spielzeit ohne den Rekordtrainer der zweiten Liga – für Sportchef Uwe Stöver und Finanzchef Clemens Krüger ist das kaum vorstellbar. Beide vertrauen dem erfahrenen Fußballlehrer sehr. Erst im Januar hatte Möhlmann seinen Vertrag abermals um ein Jahr bis Juni 2016 verlängert. Die Geschäftsführung hatte so lange gedrängt, bis der Routinier endlich sein Jawort gab. Und auch jetzt ist sich Stöver sicher, dass er in der Sommerpause keinen neuen Cheftrainer suchen muss. Er sagt: „Ich gehe fest davon aus, dass Benno Möhlmann bleibt. Eine Saison gemeinsam aufzuarbeiten kommt jedes Jahr vor und macht grundsätzlich Sinn.“ Nach einem Gespräch mit dem Trainer am Montag steht für den Sportchef fest: „Ein Rücktritt geht Benno Möhlmann nicht durch den Kopf.“ Täuscht er sich da? Schließlich hält es der Trainer für klug, wenn sich beide Seiten nach Saisonende fragen, ob es sinnvoll sei, auseinanderzugehen. War das Spiel in Aue der Anfang vom Ende?

          „Wir haben vier Scheißspiele gemacht“

          Es kommt vor, dass Möhlmann Dinge sagt, die er kurz darauf schon wieder bereut. Das gibt er dann auch zu. Der Trainer ist authentisch. Und zu ihm gehört eine gewisse Launenhaftigkeit. Aber so weit wie jetzt ist er noch nie gegangen. Möhlmann spürt offenbar, dass er an Grenzen gestoßen ist. Trotz der Hingabe an seinen Beruf schafft er es nicht, seinen Ehrgeiz auf die Spieler zu übertragen. Die sind mit den erreichten 35 Punkten scheinbar zufrieden. Wie in der abgelaufenen Runde ist die Genügsamkeit der Mannschaft deren hervorstechende Eigenschaft im Saisonendspurt. „Ich bin schon sauer auf die Mannschaft“, sagte Möhlmann am Montag. „Wir haben vier Scheißspiele gemacht.“ Deshalb ist ihm angesichts der vielen verpassten Chancen der Spaßfaktor abhandengekommen. Doch er kämpft weiter. Womöglich nur noch bis zum Ende dieser Spielzeit. Und sollte es ihm jetzt nicht gelungen sein, seine Spieler wachzurütteln, ist sein vorzeitiger Weggang Ende Mai vermutlich nur noch Formsache.

          Die neue Situation mit dem Unsicherheitsfaktor Trainer erschwert die Arbeit für die Geschäftsführung, müssen die Planungen für die kommende Runde doch weiter vorangetrieben werden. Der neue Torhüter, der kurz vor der Unterschrift stehen soll, ist zum Beispiel mit Möhlmann abgesprochen. Über die FSV-Spieler mit bestehenden Verträgen über diese Saison hinaus wurde nicht diskutiert. Das kann sich nun ändern. „Wir schauen jetzt ganz genau hin“, kündigte Stöver an. „Ich scheue mich nicht vor Gesprächen über die mögliche Auflösung bestehender Verträge.“ Sieben Spiele ohne Erfolgserlebnis haben die Bornheimer Fußballwelt mächtig durcheinandergewirbelt. Für Stöver ist nur Benno Möhlmann unantastbar. „Der Trainer ist griffig. Wenn alle so griffig wären, hätten wir gegen Aue und Fürth gewonnen.“ So fragt sich, warum die Spieler Möhlmann nicht folgen können –oder nicht folgen wollen?

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