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FSV Frankfurt : Rückkehr zu alten Tugenden

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Spielen sich in Form: Edmond Kapllani (rechts) und Odise Roshi (vorne, beide FSV Frankfurt). Bild: dpa

Nach dem furiosen Saisonstart zählt für den FSV wieder das Wesentliche. Im Spiel bei Union Berlin geht es auch darum, den kleinen Negativlauf zu stoppen.

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          Zu einer Besprechung ohne ihren Trainer Benno Möhlmann haben sich die Spieler des FSV Frankfurt in der zweiwöchigen Länderspielpause nicht getroffen. Und ein ernstes Gespräch außer der Reihe, in dem Möhlmann das Wort ergriffen hätte, gab es auch nicht. Business as usual hieß es hingegen am Bornheimer Hang - und das, obwohl das Zweitliga-Team nach einem Traumstart in die Saison aus den zurückliegenden drei Begegnungen mit Glück nur einen Punkt geholt hatte. „Aber von einer Krise sind wir weit entfernt“, sagt Kapitän Björn Schlicke. „Wir haben es nur verpasst, den Vorsprung nach unten auszubauen.“

          Der FSV muss wieder der Alte werden - so lautet die Aufforderung der Fußballprofis vor der Partie an diesem Sonntag, gegen 13.30 Uhr, bei Union Berlin an sich selbst. Dafür müssen sie allerdings ihre Blickrichtung ändern. Denn Schlicke glaubt, dass sich mancher Kollege doch zu sehr am schönen Tabellenstand erfreut habe. Nicht zu vergessen sind die vielen positiven Schlagzeilen und das „Gerede über den Aufstieg“. „Aber an unserer Vorgabe hat sich nichts geändert“, hebt der Innenverteidiger hervor. Wie in den Jahren zuvor ist der Klassenverbleib das Ziel. Ordnung auf dem Platz halten und konsequent nach vorne agieren - mit der Rückkehr zu den alten Tugenden wollen die Frankfurter nun ihren kleinen Negativlauf stoppen. Oder anders ausgedrückt: „Von unserem Fahrplan dürfen wir nicht abweichen“, sagt Schlicke.

          „Ich nehme die Dinge pragmatisch“

          Marc Pfertzel, der Berliner Rechtsverteidiger, findet, dass eine Spielpause besser sei, „wenn es für die Mannschaft schlecht läuft“. Insofern hätte Union gerne seinen normalen Rhythmus beibehalten, weil der Klub nach anfänglichen Problemen seit vier Begegnungen ungeschlagen ist. Seinem Gegner indes muss die spielfreie Zeit gutgetan haben, oder? „Ich kann jetzt groß etwas erzählen“, sagt Möhlmann. Weil er das aber nicht möchte, merkt der Coach nur an: „Ich nehme die Dinge pragmatisch. Es kann sehr hilfreich sein.“ Für ihn wäre schon viel gewonnen, wenn sich seine Spieler wieder ausschließlich auf die kommende Aufgabe konzentrieren würden. „Ich kann sie aber nicht einer Gehirnwäsche unterziehen“, sagt er.

          Würden die Hessen eine neuerliche Erfolgsserie starten, wäre das ungewöhnlich. Schließlich haben die zurückliegenden Jahre gezeigt, dass es dauern kann, bis sie den Leistungsumschwung vollzogen haben. „Wir hätten die Schwächephase dann in zwei Wochen abgearbeitet“, sagt Schlicke. Allerdings spricht kaum etwas für ein Erfolgserlebnis des FSV an der „Alten Försterei“. 0:1, 0:2 und 0:4 - das sind die schlechten Ergebnisse der Bornheimer in Berlin in den vergangenen Jahren. „Die Aufgabe ist sehr anspruchsvoll und schwer“, sagt Möhlmann. Immerhin hat er das Gefühl, dass seine Spieler sich ihr stellen wollen. „Sie treten aggressiv, intensiv und entschlossen auf.“ Das Verletzungspech und die Formschwäche einiger Spieler - das sind für Sportchef Uwe Stöver die Hauptgründe für die Niederlagen in Köln und Aalen sowie den glücklichen Punktgewinn zu Hause gegen Paderborn. „Es kam alles zusammen“, sagt Stöver. Im Duell mit Union fehlt nun abermals Zafer Yelen. Dem Spielmacher bereitet eine alte Bruchstelle im Sprunggelenk große Probleme. „Zafer steht für das Kreative. Ihn können wir nicht ersetzen“, sagt Stöver. Auch Möhlmann bedauert es, den gebürtigen Berliner „nicht gezielt“ aufbauen zu können. Trotz immer wiederkehrender Trainingspausen konnte Yelen dem FSV bei seinen Einsätzen in dieser Runde helfen. „Im Vollbesitz seiner Kräfte gehört Zafer zu den besten Zweitliga-Spielern“, sagt sein Trainer. Jetzt ist er gespannt, wie seine Mannschaft in der Bundeshauptstadt auf die Minikrise reagiert. Dort beginnt für die Frankfurter die Jagd nach ihrer alten Form.

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