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FSV Frankfurt : Möhlmann soll zum Rettungsanker werden

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Der Neue am Bornheimer Hang: Benno Möhlmann soll beim FSV das Unternehmen Klassenverbleib möglich machen. Bild: dpa

Bei seiner Vorstellung als neuer Trainer des FSV Frankfurt appelliert der 57 Jahre alte Routinier an den Gemeinsinn: „Nur wenn alle an einem Strang ziehen, können wir es packen.“

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          384 Zweitligaspiele als Fußballtrainer - im Augenblick gibt es in dieser Spielklasse keinen Coach mit mehr Erfahrung als Benno Möhlmann. Trotzdem erlebte der Siebenundfünfzigjährige etwas Neues, als er am Mittwoch vom FSV Frankfurt unter großer Anteilnahme der Medien zur Mittagszeit vorgestellt wurde. Denn Uwe Stöver, der Geschäftsführer Sport, ging bei der Schilderung, wie beide Seiten in kurzer Zeit zueinander fanden, sehr ins Detail. So teilte er mit, dass sich Möhlmann und die drei Bornheimer Geschäftsführer am vergangenen Sonntag um 14.30 Uhr zum ersten Mal getroffen hätten. Wie der Klub schließlich den unterschriebenen Vertrag des neuen Cheftrainers am Dienstag um 13.40 Uhr erhalten habe. „Von der Uhrzeit her wird hier alles sehr akribisch festgehalten“, stellte Möhlmann fest - und grinste. Wenige Tage vor Weihnachten hat beim Tabellendrittletzten eine neue Zeitrechnung begonnen. Eine, die als Zwischenziel den Klassenverbleib vorsieht. Dann würde sich die Zusammenarbeit zwischen Möhlmann und dem FSV im Sommer 2012 automatisch um ein Jahr verlängern. Und der alte Fahrensmann auf der Trainerbank hätte erreicht, was er anstrebt: im Fußballgeschäft in der ersten oder zweiten Liga zu bleiben. Angesprochen auf sein Alter, sagte der frühere Bremer und Hamburger Bundesligaprofi: „Über mein Karriereende habe ich noch nicht nachgedacht. Aber eins kann ich versprechen: Wenn der FSV mit mir deutscher Meister wird, höre ich auf.“ Die Lacher hatte Möhlmann auf seiner Seite.

          Er kann beides - hart arbeiten und trotzdem für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Zusammenhalt ist ihm ganz wichtig. Gerade bei einem kleinen Verein wie den Bornheimern. „Ich weiß, dass der FSV kein Weltverein ist.“ Aber in den Gesprächen spürte Möhlmann, dass sich die Verantwortlichen einig seien. „In solch einem Verein muss man wissen, dass man nur erfolgreich sein kann, wenn alle an einem Strang ziehen“, hob er hervor. Unter seinem Vorgänger Hans-Jürgen Boysen, den der FSV am vergangenen Samstag aufgrund fehlender Erfolge entlassen hatte, war das in den zurückliegenden Monaten nicht immer der Fall. Für Möhlmann, der am 9. November vom Ligarivalen Ingolstadt beurlaubt wurde, kam der Trainerwechsel in Frankfurt zum richtigen Zeitpunkt. „Ich bin froh, dass meine arbeitsfreie Zeit nur so lange gedauert hat, wie ich es wirklich genießen konnte“, sagte er. Zu Hause in Bremen-Oberneuland brachte Möhlmann unter anderem ein Regal in der Garage an.

          Von Assistenztrainer Gerhard Kleppinger wird sich der FSV wohl trennen

          Seiner neuen Mannschaft Stabilität im Abstiegskampf zu verleihen, dürfte die schwierigere Aufgabe sein. „Hier kann vieles verbessert werden“, findet Möhlmann. Doch deswegen ist er gekommen. Einen FSV-Profi hatte der in Lohne geborene Möhlmann in seiner langen Trainerkarriere noch nicht unter seinen Fittichen. Auch deshalb habe er sich mit den Bornheimern „etwas intensiver“ beschäftigen müssen, nachdem ihn Stöver am vergangenen Samstagabend angerufen hatte. „Es wurde ein bisschen hektisch“, berichtete Möhlmann. Lange dauerte es jedoch nicht, bis er der Auffassung war, dem FSV kraft seiner Erfahrung helfen zu können. „Die Mannschaft ist in der Lage, besser zu spielen, als sie das in den vergangenen Monaten, vielleicht sogar im ganzen Jahr getan hat“, sagt der Trainer. „Ich bin zuversichtlich, dass das die Spieler nach der Winterpause zeigen werden.“ Aber: „Es ist kein Selbstgänger. Wir müssen schnell wieder zu der Einheit werden, bei der jeder Spieler seine Fähigkeiten auf dem Platz zeigt.“

          Den Mittwochnachmittag verbrachten Möhlmann, der auf Kampfansagen verzichtete, und Stöver damit, die Zusammenstellung des Kaders durchzugehen. Neben einem Stürmer soll noch ein Innenverteidiger kommen, der auch links in der Viererkette einsetzbar ist. „Zum Trainingsauftakt am 4. Januar brauche ich nicht den endgültigen Kader“, sagte Möhlmann. „Es wäre mir ganz recht, einzelne Spieler zu sehen.“ Nicht ausgeschlossen, dass die Bornheimer im Januar Verstärkung von der Frankfurter Eintracht bekommen. Zwar konnte sich Stöver das vor kurzem nicht vorstellen, weil die Spieler des Aufstiegsanwärters für den FSV nicht erschwinglich seien. Möhlmann aber pflegt ein ausgezeichnetes Verhältnis zum Eintracht-Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen.

          Von Assistenztrainer Gerhard Kleppinger wird sich der FSV wohl trennen - auch wenn das Stöver nicht bestätigen wollte. „Es gilt, die Dinge in Ruhe abzuwarten“, sagte er. Die Kunde von Möhlmann, dessen Assistenztrainer in Ingolstadt Sven Kmetsch war, als neuen FSV-Cheftrainer nahm Patric Klandt mit Freude auf. „Herr Möhlmann weiß genau, wie er es anpacken muss, schließlich hat er schon oft solche Situationen durchlebt“, sagt der Torhüter. Auch Stöver sieht im Trainerfuchs Möhlmann den besten Rettungsanker für den FSV. „Er war der einzige Kandidat.“ Einer, der mit seiner akribischen Arbeitsweise gut zu Stöver passt.

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