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FSV Frankfurt : Hoffen auf Möhlmann und das „Siegergen“

  • -Aktualisiert am

Der Mann in Rot: Benno Möhlmann bei seinem ersten Training mit dem FSV Frankfurt. Bild: Wonge Bergmann

Beim FSV versucht der neue Trainer seinen Spielern Zuversicht und Selbstbewusstsein einzuflößen - und der Japaner Tomoaki Makino soll aus Köln kommen.

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          Die Fußballprofis des FSV Frankfurt konnten es nicht erwarten. Schon mehr als eine Viertelstunde vor Trainingsbeginn standen sie am späten Mittwochnachmittag auf dem Platz und bildeten Spielgruppen als aktives Vorprogramm. Am ersten Arbeitstag nach dem Weihnachtsurlaub herrschte keineswegs eine Stimmung, wie man sie bei einem Abstiegskandidaten der zweiten Liga hätte erwarten können. Es wurde gelacht und gescherzt. Ganz so, wie es sich Benno Möhlmann vor der schwierigen zweiten Saisonhälfte vorstellt. „Wir müssen die Köpfe schon ein bisschen lockerer werden lassen“, sagte der neue Trainer. In roter Trainingsjacke kam er einige Minuten nach der Mannschaft. Auf dem Weg zu seiner Premiere als Chef auf dem Übungsplatz gab der Siebenundfünfzigjährige noch ein Fernsehinterview.

          Viele Worte verlor er einige Stunden zuvor bei der Begrüßung der Spieler am Bornheimer Hang nicht. Kurz, aber prägnant war seine Ansprache. Und ein, zwei lustige Bemerkungen machte er auch. „Herr Möhlmann hat spontan Lacher hineingebracht“, so Torhüter Patric Klandt. Eine reine Spaßgesellschaft wollen die Frankfurter nicht sein. Dafür ist die Lage zu ernst und die Herausforderung in den kommenden Monaten viel zu groß. „Unser Trainer legt Wert darauf, dass wir Gas geben“, berichtete Klandt. Was die Position des Assistenztrainers angeht, ist Möhlmann noch Einzelkämpfer. Demnächst möchte er jedoch seinen Wunschkandidaten Sven Kmetsch an seiner Seite haben - am liebsten noch in dieser Woche. Trotz Freistellung ist der frühere Bundesligaprofi vertraglich an den FC Ingolstadt gebunden. Jener Verein, bei dem Möhlmann im November entlassen worden war. Jetzt ist Björn Schlicke froh, dass der Coach dem Ligarivalen aus Frankfurt im sportlichen Überlebenskampf hilft. „Wenn er uns das gleiche Siegergen wie in der Vorsaison in Ingolstadt einflößt, ist mir vor nichts mehr bange“, sagte der Innenverteidiger. „Mehr Erfahrung als mit Benno Möhlmann kann man nicht ins Boot holen.“ Der ehemalige FSV-Kapitän ist der Einzige, der bereits unter ihm trainiert hat - vor elf Jahren bei Greuther Fürth. Damals machte Möhlmann Schlicke zum Profi.

          Mehr Schwung auf den Außenbahnen

          Auf dem Weg zum Klassenverbleib will der neue Bornheimer Cheftrainer seine Mannschaft „mitnehmen“. Das bedeutet, dass er ihr kein Spielsystem aufzwingen wird. Stattdessen möchte Möhlmann „zwei bis drei Dinge“ ausprobieren. Das Ziel ist dann erreicht, wenn sich die Spieler „sicher auf dem Platz“ fühlen. Zum Auftakt im neuen Jahr war das Spielfeld gut gefüllt. Selbst Gledson, der aufgrund einer im Dezember erlittenen Verletzung auf den morgendlichen Laktattest verzichtete, machte die leichten Ballübungen mit. So fehlten nur der dritte Torwart Pierre Kleinheider (Knöchelverletzung) und der langzeitverletzte Tufan Tosunoglu. Ebenfalls nicht mit von der Partie waren die fünf ausgemusterten Spieler, zu denen der Angreifer Babacar Gueye und der Verteidiger Andreas Dahlén zählen. Finden sie keinen neuen Arbeitgeber, wäre ihr Platz in Zukunft bei der zweiten Vereinsmannschaft.

          Chadli Amri lernte am Donnerstag seine neuen Arbeitskollegen kennen. Die Leihgabe vom 1. FC Kaiserslautern soll für Schwung auf den Außenbahnen sorgen. Mike Wunderlich, der seine Burn-out-Erkrankung überstanden hat, hingegen ist ein Rückkehrer. „Ich war zwei, drei Monate im Tief. Es stand sehr früh fest, dass ich zurückkomme“, teilte der Mittelfeldspieler mit. Auch Michael Thurk hätten die Hessen gerne an sich gebunden. „Wir haben uns sehr um ihn bemüht“, sagt Uwe Stöver, der Geschäftsführer Sport. Dazu gehörte, dass sich Möhlmann mit dem Stürmer unterhielt. „Michael hätte uns helfen können“, findet er. Thurk indes schloss sich lieber dem Drittligaverein Heidenheim an. Nun wollen die Frankfurter in den kommenden Tagen einen Angreifer aus dem Ausland testen. Oder Möhlmann entscheidet sich für einen der drei Offensivspieler, die sich bei ihm beworben haben. Zur Verstärkung der Abwehr hat sich der FSV bereits auf einen Spieler festgelegt: Dabei handelt es sich nach Informationen dieser Zeitung um den Japaner Tomoaki Makino vom 1. FC Köln. „Ja, wir haben mit ihm gesprochen. Aber es ist in der Schwebe“, sagte Möhlmann. Mit der ersten Trainingseinheit und dem engagierten Auftreten der Mannschaft war er zufrieden. „Ich glaube, dass die Spieler keine Lust mehr haben, unter ihren Möglichkeiten zu spielen.“ Für Schlicke besteht die wesentliche Aufgabe des Trainers darin, „uns einzuflößen, dass wir Spiele wieder gewinnen können“. Das gilt vor allem für die Heimspiele - zu Hause ist der FSV in dieser Saison noch sieglos.

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