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FSV Frankfurt : Feiern verboten

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Kämpfen beide um den Ball: Edmond Kapllani (links) gegen Markus Thorandt von St. Pauli. Bild: dpa

Der FSV Frankfurt ist auch nach dem Sieg gegen St. Pauli um Bescheidenheit bemüht.

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          Nach dem 2:1 gegen den FC St. Pauli warnte der Bornheimer Trainer Benno Möhlmann seine Spieler vor Schulterklopfern und Optimisten. In der Mannschaftskabine gestand er ihnen am Freitagabend zwar zu, sich über den vierten Erfolg im sechsten Spiel zu freuen. „Wir sollen uns aber nicht hochheben lassen“, erläuterte Björn Schlicke die Benimmvorschriften. „Herumspinnen und feiern lassen verboten“, heißt es also beim FSV vor der Zweitliga-Begegnung am Dienstag (17.30 Uhr) mit dem 1. FC Köln. Momentan hat der Bundesliga-Absteiger als neuerlicher Abstiegskandidat zwölf Punkte weniger als die Frankfurter. Trotzdem sieht Schlicke seinen Verein in der Außenseiterrolle. „Wenn wir auch am 30. Spieltag unter den ersten drei Mannschaften stehen sollten, würde ich andere Ansprüche anmelden“, sagte der Innenverteidiger.

          Noch kommt beim FSV, für den Odise Roshi (7. Minute) und Edmond Kapllani (63.) die Tore erzielten, keiner aus der Deckung. Daran ändert auch nichts, dass die Hessen schon jetzt die gleiche Punktzahl (14) erreicht haben wie nach 19 Spieltagen in der Vorsaison. Nicht zu vergessen die Siege gegen Hertha BSC, Ingolstadt und jetzt St. Pauli, die alle Aufstiegsambitionen hegen. Immerhin: „Wir wissen, dass es für die Gegner im Augenblick schwierig ist, gegen uns zu spielen. Das ist unsere Basis“, sagte Möhlmann. Er hält am Bornheimer Hang den Startrekord in der zweiten Liga, weil er seit seinem Amtsantritt im Januar 2012 kein Heimspiel verloren hat. Der Achtundfünfzigjährige brachte seiner Mannschaft nicht nur eine ertragreiche Spielweise bei. Er schuf auch ein neues Denken. Bei ihm sollen sich die Spieler ausschließlich mit der kommenden Partie beschäftigen. Was war, wird schnell abgehakt - trotz eventuell gemachter Fehler. Und was anschließend auf das Team zukommt, spielt keine Rolle. „Früher haben wir uns Gedanken darüber gemacht, was alles passieren könnte“, sagt Schlicke.

          „Mein Wunsch ist, dass der FSV den nächsten Schritt macht“

          Möhlmann arbeitet so erfolgreich, dass der FSV den Vertrag mit ihm vorzeitig verlängern will. Nun haben sich beide Seiten darauf verständigt, wann das erste Gespräch stattfindet. Einen Zeitpunkt nannte Finanzchef Clemens Krüger nicht, aber der wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Dass die Klubführung ihrem Trainer eine Zusammenarbeit bis 2015 anbietet, ist nicht unwahrscheinlich. „Wir sind guter Hoffnung, die gemeinsame Arbeit fortzusetzen“, sagte Krüger. Mit Zafer Yelen gab es schon eine Unterredung. Auch den vielseitigen Offensivspieler, der beide Tore gegen St. Pauli vorbereitete, wollen die Bornheimer länger an sich binden.

          Schlicke trat in der Saison 2005/2006 für die Kölner in der Bundesliga an. „Am Dienstag spielen wir dort bestimmt keinen Hurra-Fußball“, sagt er. Sein Kollege Kapllani war zum dritten Mal in dieser Runde der Matchwinner. Von Anfang an war der aus Augsburg gekommene Angreifer der Überzeugung, mit den Frankfurtern eine gute Rolle einnehmen zu können. „Mein Wunsch ist, dass der FSV den nächsten Schritt macht“, sagt er. Es deutet sich ein riesengroßer an.

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