https://www.faz.net/-gzg-7nx2v

FSV Frankfurt : Plötzlicher Stillstand und Experimente zur Unzeit

  • Aktualisiert am

„Wir wollten mitspielen“ - so lautete Trainer Möhlmanns Devise gegen die offensivstarken Paderborner, das ging daneben Bild: dpa

Noch hält der FSV Frankfurt ordentlichen Abstand zu den Abstiegsplätzen. Vor des Gegners Tor geht aber zu wenig: Der Sturm der Bornheimer kommt mit Faton Toski ins Straucheln.

          2 Min.

          Am Montag, einen Tag nach dem 1:3 gegen Paderborn, hat Clemens Krüger darüber nachgedacht, ob die Fußballmannschaft des FSV Frankfurt vor dem Auswärtsspiel am kommenden Freitag gegen Aalen ein Kurztrainingslager beziehen soll. Aber lange beschäftigte sich der Finanzchef des Zweitligavereins dann nicht mit dem Gedanken, denn: „Wir wollen eine Endspielstimmung nicht künstlich heraufbeschwören.“ Noch sind es ja auch sechs Spiele bis zum Rundenende. Und noch gehören die Bornheimer, die mit 34 Punkten sieben Zähler Vorsprung vor dem Relegationsplatz 16 haben, nicht zum Kreis der größten Sorgenkinder. Aber durch die beiden Misserfolge gegen Paderborn und davor in Aue herrscht beim FSV in Reichweite zum rettenden Ufer plötzlich Stillstand. „Zwei Matchbälle haben wir verschenkt“, sagt Krüger. „Wir sollten jetzt nicht im Schneckentempo vorankommen und bis zum letzten Spieltag zittern müssen.“ Dann wäre am 11. Mai zu Hause der designierte Bundesliga-Aufsteiger Köln der Gegner.

          Benno Möhlmann schaute sich die aus FSV-Sicht lange unansehnliche zweite Halbzeit gegen Paderborn die längste Zeit von seinem Platz auf der Bank an. Das entsprach nicht seinem Arbeitsstil: Normalerweise läuft der Bornheimer Trainer vor der Bank auf und ab und zeigt reichlich Emotionen. Aber diesmal wollte er mit seiner Selbstbeherrschung offenbar ein Zeichen setzen. Die Ruhe zu bewahren, lautete seine Botschaft. Dazu passte dann, dass Möhlmann nach dem Abpfiff erklärte, das Spiel schnell abhaken zu wollen. Für die Leistung seiner Spieler brachte er nur indirekt Unverständnis auf. Er sagte: „Die nervliche Belastung ist nicht so hoch, dass wir nicht vernünftig Fußball spielen könnten.“ Trotzdem war die Mannschaft zuletzt zweimal mit der Situation überfordert. Oder hat der Trainer im Duell mit dem Rangdritten Paderborn die falschen Entscheidungen getroffen?

          Richtige Einstellung fehlte

          Auf das bewährte 4-1-4-1-System verzichtete Möhlmann diesmal. „Wir wollten mitspielen.“ Mit Faton Toski als zweiten, aber wirkungslosen Stürmer, dessen vermeintliche Zweikampfstärke darin bestand, dass er in seinem Team schließlich zusammen mit Innenverteidiger Manuel Konrad auf die meisten Foulspiele kam – und das, obwohl Toski nur 45 Minuten auf dem Platz stand. Der ehemalige Eintracht-Profi, mit dem der FSV im Sommer die Zusammenarbeit beenden kann, sollte sich für eine Weiterbeschäftigung empfehlen. Am vergangenen Sonntag ist dieses offensichtliche Experiment zum falschen Zeitpunkt gescheitert. Selbst im Fall vernünftiger Trainingsleistungen wird es Toski schwer haben, in die Mannschaft zurückzukehren. Eine, die nicht so aufgestellt war, um sich gegen das offensivstärkste Team der Liga zu behaupten. Und die zu allem Überfluss nicht die richtige Einstellung hatte. Die wichtigen Zweikämpfe gewannen die Paderborner. „Wir haben sie zu leicht aus dem Mittelfeld auf unser Tor laufen lassen“, sagt Möhlmann. Auch Michael Görlitz, der etatmäßige Mittelfeldspieler auf der rechten Außenbahn, fehlte dem FSV mit seinem Spielwitz und Defensivverhalten. Das bewies er nach seiner Einwechslung in der Schlussviertelstunde.

          Möhlmann überlegt lange, bis er Dinge verändert. Doch jetzt muss er schnell Korrekturen vornehmen. „Unsere Qualität verpflichtet und berechtigt uns dazu, die Klasse zu halten“, sagt er. Zwar wird der FSV nicht früher nach Aalen reisen. Aber die Verantwortlichen werden in den kommenden Tagen viele Gespräche mit den Spielern führen. Krüger sagt: „Ich finde es absolut unnötig, dass wir die Rückrunde ein Stück weit herschenken.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Gelände getroffen: Die amerikanische Botschaft am Fluss von Tigris in Bagdad, Irak.

          Irak : Rakete trifft amerikanische Botschaft in Bagdad

          Es ist nicht der erste Raketenangriff auf amerikanische Ziele in Irak: Doch nun hat eine Rakete das Gelände der amerikanischen Botschaft in Bagdad direkt getroffen. Mindestens drei Menschen sollen verletzt worden sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.