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FSV Frankfurt : Enttäuschender Erfolg

  • -Aktualisiert am

Ausgelassen: FSV-Spieler beim Jubel über das 1:0. Bild: dpa

Der FSV Frankfurt überzeugt beim 3:1 gegen Aue vor allem in der ersten Halbzeit. In der Tabelle klettert das Team den fünften Platz, Trainer Möhlmann meckert dennoch.

          3 Min.

          Die Hände hinter dem Rücken verschränkt, schimpfte Benno Möhlmann laut in den Schlusssekunden in der Coachingzone – trotz des 3:1-Heimsiegs des FSV Frankfurt über Erzgebirge Aue. Aber seine Mannschaft war dem Bornheimer Fußballtrainer am Sonntag, an dem sie zwei Gesichter zeigte, viel zu wankelmütig gewesen. Prächtig aufgespielt mit schnörkellosem Offensivspiel hat der FSV nur in der ersten Halbzeit. Die Treffer von Joan Oumari (5. Minute) sowie zweimal Edmond Kapllani (15. und 30.) verzückten das Frankfurter Publikum.

          Hinterher war der Frust dann trotzdem groß, weil von der anfänglichen Stärke des FSV auf einmal nichts mehr zu sehen war. „In der Offensive haben wir total enttäuscht“ sagte Möhlmann. „Wir haben keinen vernünftigen Angriff mehr zustande gebracht.“ Darauf folgerte er bei allem Ärger im Spaß: „Wir sind nicht Bayern München.“ Aue schloss einen Angriff erfolgreich ab – durch Offensivspieler Ronny König zum 1:3 (74.). Was für ein Wechselbad der Gefühle vor 3450 Zuschauer. Eines, das den Frankfurtern die Freude an ihrem Erfolg raubte, der sie in der Zweiten Bundesliga immerhin auf Platz fünf vorrücken ließ. Mit 15 Punkten nach zehn Spieltagen verfügen sie jetzt über den gleichen Punktestand wie in der Vorsaison. Kapitän Björn Schlicke war dennoch fassungslos darüber, im Duell mit dem Dreizehnten so die Feldüberlegenheit abgegeben“ zu haben. „Wenn wir nur mit einem 1:0 in die Pause gegangen wären, hätte ich sehen wollen, wie das Spiel ausgeht“, sagte er. Und Sportchef Uwe Stöver meinte: „Es ist ärgerlich, dass das Spiel so abgelaufen ist, dass bei uns Mannschaftsteile nicht mehr stattgefunden haben.“ Der Torschütze Oumari, der sein erstes Zweitligator erzielte, machte die energiegeladene erste Hälfte für den rapiden Leistungsabfall verantwortlich. „Aber wir müssen trotzdem den Kopf einschalten und dürfen nicht so wild herumspielen“, sagte er. Im Vergleich zum rasanten ersten Abschnitt ließen es die Frankfurter von der 46. Minute an langsamer angehen. Und es mangelte ihnen dann auch an der nötigen Aufmerksamkeit. So durfte der Auer Zlatko Janjic in der 56. Minute unbedrängt einen Kopfball über das Tor setzen. Und gegen den Schuss von Michael Fink musste Keeper Patric Klandt seine Torwartkünste aufbieten. Beim fulminanten Schuss von König zum 1:3 war er dann aber machtlos. Zum Glück für den FSV fiel kein zweiter Auer Treffer mehr In Halbzeit eins hingegen schien eine ganz andere FSV Mannschaft auf dem Platz gestanden zu haben. Eine, die phasenweise wie entfesselt aufspielte. Glück hatte der FSV nur, als der Schuss (3.) von Guido Kocer knapp das Tor verfehlte. So aber sorgten die stürmischen Bornheimer zügig für klare Verhältnisse. Zum einen durch einen Kopfball von Oumari zum 1:0 (5.). Der Innenverteidiger verwertete einen Eckball von Denis Epstein. Der Standard sei „der Türöffner“ gewesen, meinte Stöver. „Mit unserem Einsatz und unserem laufintensiven Spiel haben wir Aue beeindruckt.“

          „Wir haben uns selbst weggeschossen“

          Noch sehenswerter war dann der zweite Treffer (15.), weil sich der FSV für sein schönes Kombinationsspiel belohnte. An dessen Ende nutzte Stürmer Kapllani einen mustergültigen Pass von Michael Görlitz. Aue war mit dem Frankfurter Tempo überfordert. Allerdings war der FSV in der einen oder anderen Situation zu verspielt – wie nach 28 Minuten, als Angreifer Mathew Leckie einen Haken zu viel schlug im Auer Strafraum. Das direkte Zuspiel funktionierte viel besser. Das bewies der flinke Epstein, der auf der linken Außenbahn nicht vom Ball zu trennen war. Dessen Flanke musste Kapllani schließlich nur noch zum 3:0 (30.) über die Torlinie befördern.

          „Wir haben uns selbst weggeschossen“, kommentierte der Auer Trainer Falko Götz. Die Frankfurter Spielfreude indes stand in krassem Gegensatz zum 0:2 im DFB-Pokal gegen den Ligarivalen Ingolstadt. Und mit ein wenig mehr Geschick bei der Ballbehandlung hätte der Finne Joni Kauko vor der Pause sogar auf 4:0 (35.) erhöhen können; diesmal wäre Kapllani der Vorbereiter mit einem Kopfball gewesen. Auf Seiten des FSV war es aber die letzte aufregende Szene in diesem Spiel. Wer hätte das gedacht nach den furiosen ersten 45 Minuten, die dann in der Endabrechnung kaum noch eine Rolle spielten. „Ein bisschen Freude verspüre ich schon, doch der Rest ist Enttäuschung“, sagte Schlicke. In der Länderspielpause wird der FSV nun auf der Suche nach Konstanz sein.

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