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FSV Frankfurt : Ende Wut, alles gut

  • -Aktualisiert am

Der FSV Frankfurt schießt sich beim 4:1 in Cottbus aus der Krise – doch in der 92. Minute bricht Streit aus.

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          Das kommt wirklich selten vor. Der Frankfurter Stürmer Edmond Kapllani verwandelte in Cottbus in der Nachspielzeit einen Foulelfmeter zum 4:1-Endstand – und war danach ziemlich wütend, was sich auch in von ihm abgelehnten Glückwünschen äußerte. Denn zuvor hatte es beim Fußball-Zweitligaverein am Freitagabend eine Auseinandersetzung um den Schützen gegeben. Nicht zum ersten Mal: Vor einigen Wochen waren sich schon Kapllani und Zafer Yelen nicht einig gewesen. Yelen wurde dann gegen Aalen zum Fehlschützen, danach Kapitän Björn Schlicke beim 0:4 gegen Kaiserslautern. Doch diesmal setzte sich Kapllani gegen die Anweisung von Trainer Benno Möhlmann durch, der schon vor der Partie Epstein als Schützen festgelegt hatte. Was der eingewechselte Kapllani aber offenbar nicht wusste. Die Freude über den ersten Erfolg nach vier sieglosen Spielen im Abstiegsduell wurde jedenfalls durch die finalen Streitigkeiten getrübt. Wesentlich mehr bejubelt hatte der neue Rangneunte zuvor die Treffer von zweimal Denis Epstein (35. und 77. Minute) und Nils Teixeira (75.). Das 1:1 (61.) für Cottbus hatte Amin Affane vor 7400 Zuschauern erzielt.

          Groß war die Not beim FSV. Mit Torhüter Patric Klandt (Innenbanddehnung im Knie), den Offensivspielern Mathew Leckie (Innenbanddehnung im Knie) und Nikita Rukavytsya (Knochenödem im Sprunggelenk) sowie dem Innenverteidiger Joan Oumari (Nasenbeinbruch, wird am Montag operiert) mussten gleich vier Stammkräfte passen. Außerdem war Kapllani aufgrund von Magendarmproblemen nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, so dass er zunächst nur auf der Bank saß. Trainer Benno Möhlmann war also als Improvisationskünstler gefragt. Stürmer Markus Ziereis zum Beispiel gab sein Debüt in der Startelf.

          Torschüsse nicht unhaltbar, aber sehenswert

          Trotz der fünf Veränderungen traten die Bornheimer als homogene und disziplinierte Mannschaft auf, die sich nicht aufs Verteidigen beschränken wollte. Nur zwingende Torchancen kamen bei ihren Offensivbemühungen zunächst nicht heraus. Cottbus hingegen versuchte es mit Distanzschüssen, die FSV-Torhüter Sören Pirson aber nicht in Verlegenheit bringen konnten. Und als Aushilfs-Innenverteidiger Manuel Konrad ein Fehler unterlief, kam Boubacar Sanogo zwar an Pirson vorbei, doch sein Schuss (23.) verfehlte das Frankfurter Tor. Hinten stand weiter die Null, und vorne beendeten die Hessen in der 35. Minute ihre Negativstatistik von drei Spielen ohne Erfolgserlebnis. Denis Epstein erzielte auf Zuspiel von Marc Heitmeier mit dem zweiten Frankfurter Torschuss das 1:0, effektiver geht es kaum. Das dritte Saisontor von Epstein verunsicherte Cottbus noch mehr.

          Mit ein bisschen Anlauf nach der Halbzeitpause wurden die Energie-Profis aber galliger. Der FSV stellte sich darauf ein, hielt mit großem Engagement dagegen. Und hätte Heitmeier nach 59 Minuten aus der Distanz etwas präziser gezielt, wären die Frankfurter sogar 2:0 in Führung gegangen. Stattdessen fiel zwei Minuten später der Ausgleichstreffer. Der eingewechselte Schwede Amin Affane war mit einem über die FSV-Mauer gezirkelten Freistoß erfolgreich. Wieder ein Freistoß: Schon beim 0:4 gegen Kaiserslautern hatte Pirson einen solchen Gegentreffer hinnehmen müssen, nur diesmal traf ihn keine Schuld. Eine Portion Schusskunst hatten aber auch die Bornheimer in Person von Teixeira in ihrem Repertoire. Dessen Distanzschuss aus rund 30 Metern zum 2:1 (75.) schien zwar nicht unhaltbar, sehenswert war er dennoch. Besonders gut in Schuss war im Stadion der Freundschaft aber Epstein, der mit dem 3:1 (77.) sein zweites Tor in der Begegnung machte. „Mit dem Doppelschlag haben wir für ein bisschen mehr Ruhe gesorgt“, sagte Epstein. Trotzdem endete das Spiel mit Dissonanzen. Kapllanis Elfmeter und das 4:1 sollten in der Nachspielzeit ja noch folgen.

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