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FSV Frankfurt : Der vielseitige Taktgeber

  • -Aktualisiert am

Hoffnung am Fußballhimmel: Zafer Yelen. Bild: Eilmes, Wolfgang

Zafer Yelen zeigt als Spieler beim FSV Frankfurt eine bemerkenswerte Flexibilität und kurbelte als hängende Spitze hinter Edmond Kapllani das Spiel an.

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          Am Sonntag schaute sich Zafer Yelen in seiner Heimatstadt Berlin den 2:0-Sieg der Hertha über Aalen an. Die lange Rückfahrt der Mannschaft von Cottbus nach Frankfurt in der Nacht auf Samstag hatte der Bornheimer Offensivspieler nicht mitgemacht. Wie sein Kollege Manuel Konrad, der ihn nach Berlin begleitete. So verarbeiteten sie gemeinsam das 2:2 in der Lausitz. Zu besprechen gab es einiges. Yelen gehörte zu den besten Zweitliga-Profis des FSV. Er ging weite Wege, scheute keinen Zweikampf und kurbelte als hängende Spitze hinter Edmond Kapllani das Spiel an. Nicht zu vergessen seine Freistoßflanke, die Tim Heubach mit dem Kopf zum 2:1 (86. Minute) verwertete. „Den Sieg dann noch aus der Hand zu geben ist kein schönes Gefühl“, sagte der Sechsundzwanzigjährige. Der Ausgleichstreffer des Cottbuser Angreifers Boubacar Sanogo in der Nachspielzeit verhinderte am fünften Spieltag den Sprung des FSV auf Tabellenplatz zwei.

          Rang drei nach dem Spitzenspiel ist aber auch viel wert. Vor allem, weil das sportliche Hoch von Dauer zu sein scheint. Und ein Absturz nicht in Sicht ist. „Jeder kämpft für jeden. Das ist unsere Stärke“, findet Yelen. „Dass wir Selbstvertrauen haben, macht uns alle zusammen stark.“ Auf dem Platz als Spielmacher, überrascht er mit einer erstaunlichen Verfassung. Mit ein bisschen Pech wäre der ehemalige türkische U-21-Nationalspieler noch immer verletzt. Nach einer Operation im Mai, in der ihm Narbengewebe aus dem Sprunggelenk entfernt worden war, begann er wohl zu früh mit dem Training. Die Saisonvorbereitung musste er deswegen früh abbrechen. Abermals drohte eine Operation, denn die Beschwerden ließen nicht nach. „Mir war richtig bange.“ Schließlich setzte sich Yelen ein Ultimatum. Mit Erfolg: Sein Sprunggelenk hielt in den Einheiten der gesteigerten Belastung stand. Heute plagen ihn nur noch ab und an leichte Schmerzen. „Es ist aushaltbar“, sagt er. Mit Verletzungen hatte Yelen in seiner Karriere schon oft zu kämpfen.

          „Die versucht man nicht, ziehen zu lassen“

          Im Vollbesitz seiner Kräfte ist er noch nicht. Ein bisschen fehlt noch, „um hundert Prozent Tempo über 90 Minuten zu gehen“, findet der frühere Rostocker Profi. Trotzdem ist er unverzichtbar - aufgrund seiner Vielseitigkeit und Kreativität. Yelen gibt dem Spiel Struktur. Und er besitzt das nötige Feingefühl im Fuß. Auch beim 2:0 in Ingolstadt bereitete der Taktgeber einen der beiden Treffer von Kapllani vor. Im Mittelfeld kann er alle Positionen spielen, selbst die vor der Abwehr. Das macht ihn so wertvoll für jeden Trainer. Im Juni 2013 läuft sein Vertrag in Frankfurt aus. „Für uns ist Zafer ein guter und wichtiger Spieler“, sagt Sportchef Uwe Stöver. „Die versucht man nicht, ziehen zu lassen.“ Zumal Yelen als Spieler mit dieser Einzelqualität ein Teamplayer sei. „Das ist außergewöhnlich“, sagt Stöver. Yelen kann sich gut vorstellen, die Zusammenarbeit mit dem FSV fortzusetzen. Nach einer schwierigen Zeit in der Türkei verhalfen ihm die Frankfurter 2011 zum Wiedereinstieg in Deutschland. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedankt er sich mit guten Leistungen. Die Hertha steht als Bundesliga-Absteiger zwei Plätze hinter den Bornheimern. Diese Perspektive genoss Yelen am Sonntag besonders in seiner Geburtsstadt.

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