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FSV Frankfurt : Der geduldige zweite Mann

  • -Aktualisiert am

Darf mal wieder ins Tor: Sören Pirson. Bild: Wonge Bergmann

Sören Pirson steht vor einer Herausforderung: Weil Patric Klandt verletzt ist, darf er mal wieder ins FSV-Tor.

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          Zu den Gratulanten von Roman Weidenfeller für dessen gelungenes Länderspieldebüt am Dienstag gegen England gehörte auch Sören Pirson. Der Ersatztorhüter des FSV Frankfurt sendete seine Glückwünsche über Facebook. Er und der 33 Jahre alte Neu-Nationalspieler bildeten einst bei Borussia Dortmund das Torhütergespann. Und als Weidenfeller im Oktober 2006 beim Zweitrunden-Pokalspiel gegen Hannover 96 (0:1) die Rote Karte wegen Handspiels außerhalb des Strafraums bekam, musste Pirson, der zweite Mann, ran. Es blieb sein einziger Profieinsatz für den BVB.

          Auch wenn es sich nicht miteinander vergleichen lässt: Pirson steht in dieser Woche ebenfalls vor einer – zumindest für ihn – besonderen Herausforderung. Nur muss er sich dieser nicht im Wembley-Stadion in London stellen, sondern im Stadion der Freundschaft in Cottbus an diesem Freitag (18.30 Uhr). Im Punktspiel der zweiten Liga wird der Achtundzwanzigjährige Patric Klandt (Innenbanddehnung im Knie) zwischen den Pfosten ersetzen. Zwar spielte Pirson am 34. Spieltag der Vorsaison in Braunschweig (2:2) schon einmal von Anfang an, aber damals handelte es sich um ein Dankeschön von FSV-Trainer Benno Möhlmann für die treuen Dienste seines geduldigen Ersatztorwarts. „Eineinhalb Jahre habe ich auf diese Möglichkeit gewartet“, sagte der gebürtige Essener. „Jetzt kommt sie.“ Am Mittwoch stand er noch auf dem Trainingsplatz, als seine Kollegen schon auf dem Weg in die Kabine waren.

          Er werde ein gutes Spiel machen, sind sich alle sicher

          Von einer gelungenen Generalprobe vor dem Ernstfall in der Lausitz kann Pirson nicht sprechen. Denn beim 0:4 zu Hause gegen Kaiserslautern patzte er beim zweiten Gegentreffer, einem Freistoß, der dann in der Torwartecke einschlug. „Ich habe einen Schritt nach links gemacht – und das, obwohl kein Torhüter der Welt ihn machen würde. Ich weiß, dass ich das Ding hätte halten müssen.“ Pirson hat auch zwei Wochen später keine Erklärung für seinen Fauxpas. Vielleicht war es ja die „Extremsituation“, mit der er sich aus heiterem Himmel konfrontiert sah. Damals regnete es nicht nur in Strömen. Pirson musste außerdem „urplötzlich von Null auf Hundert“ seinen Mann auf dem Platz stehen, da Klandt nach zehn Minuten aufgrund seiner Knieverletzung nicht weiterspielen konnte. So oder so: „Die Sache ist verdaut und abgehakt“, sagt der ehemalige Zweitliga-Stammtorhüter von Rot-Weiß Oberhausen. Neues Selbstvertrauen bringt ihm die vorzeitige Vertragsverlängerung beim FSV bis Juni 2016, die am vergangenen Montag bekanntgegeben wurde. Schon vor der Partie gegen Lautern waren sich beide Seiten einig gewesen.

          „Sören ist gut in Form und wird ein gutes Spiel machen“, sagt Klandt. Mit ihm versteht sich Pirson sehr gut, das sei „eine außergewöhnliche Situation“ in einem Verein, findet der nun geforderte Ersatzmann. Trotz der klaren Rollenverteilung spekuliert er darauf, Klandt irgendwann als Nummer eins abzulösen. Pirson ist jedoch auch Realist, er akzeptiert die Stärke seines Konkurrenten, der zu den besten Torhütern in der Liga zählt. „Patric hat beim FSV Riesenverdienste“, sagt Pirson. „Ihm muss ich positiven Druck machen, denn ohne seine Leistungen hätten wir ein Problem.“ Ein einfaches Spiel wird Pirson beim Tabellenletzten Cottbus wohl nicht erwarten. Schließlich fallen neben Klandt vermutlich auch die Offensivspieler Mathew Leckie (Innenbanddehnung im Knie ) und Nikita Rukavytsya (Knochenödem im Sprunggelenk) aus. Ob Möhlmann auf die angeschlagenen Profis Edmond Kapllani, Joan Oumari, Manuel Konrad und Björn Schlicke wird zählen können, stellt sich wohl erst am Freitag heraus. „Wir müssen uns in dem Sechs-Punkte-Spiel den Hintern aufreißen, damit wir was mitnehmen“, fordert Pirson.

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