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FSV Frankfurt : „Da wäre mehr möglich gewesen“

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Applaus für einen Punkt: Die FSV-Profis freuen sich, den Fortuna-Angriffen stand gehalten zu haben. Bild: Huebner/Vogler

Der FSV Frankfurt erbeutet beim 0:0 in Düsseldorf zwar einen Punkt und ist sehr abwehrstark, hadert aber mit der Verwertung seiner Chancen.

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          0:1, 2:5, 0:6 – die letzten drei Vergleiche mit Fortuna Düsseldorf fielen für den FSV Frankfurt nicht gerade erfreulich aus. Dass das 0:0 am Samstag den Trend ein wenig aufhübschte, vermochte nichts daran zu ändern, dass Benno Möhlmann mit „zwiespältigen Gefühlen“ die Düsseldorfer Arena verließ. „Einerseits bin ich zufrieden mit dem Auswärtspunkt, andererseits wäre mehr möglich gewesen“, sagte der Frankfurter Trainer. Der 59-Jährige hatte während der 90 Minuten auf eher mittelmäßigem Zweitliganiveau ohne großen Entertainment-Faktor gespürt, dass der FSV den Bundesligaabsteiger durchaus auch noch um den einen Punkt hätte bringen können. Doch dazu fehlte den sehr diszipliniert auftretenden Bornheimern in den entscheidenden Szenen der Mut und womöglich auch das Zutrauen in den eigenen Kräftehaushalt.

          „Drei Spiele in sechs Tagen sind für uns nicht alltäglich“, gab Möhlmann zu bedenken. Das misslungene Pokal-Intermezzo gegen Ingolstadt am Mittwoch (0:2) – und das ist eine gute Nachricht für den FSV-Betrieb – hing der Mannschaft nicht wirklich nach. Möhlmann hatte seinen Profis geraten, die Extrabelastung gar nicht groß zu thematisieren: „Das Beste ist Gas geben und dann merkt man schon, wenn man nicht mehr kann.“ Mitte der zweiten Halbzeit konnte aber nur Björn Schlicke nicht mehr. Der Kapitän musste mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden. Und Möhlmann sah eine FSV-Mannschaft, die nicht nur den Verlust ihres Abwehrchefs ohne Umschweife zu kompensieren, sondern auch bis zum Spielende zumindest einige gefährliche Situationen im Fortuna-Strafraum zu kreieren wusste. Dem umtriebigen, aber mitunter auch unglücklich agierenden Mathew Leckie bot sich in der 86. Minute die Chance, die stark besetzten, aber nach wie vor kriselnden Düsseldorfer hart zu treffen. Doch der Schuss des Australiers wurde zur Beute von Torwart Giefer. Es war auch Leckie, der die beste FSV-Chance des Spiels vergab, doch sein Schuss strich knapp am langen Pfosten vorbei (76.). „Nach vorne hätte bei uns mehr passieren müssen“, sagte der wenig beschäftigte Bornheimer Keeper Patric Klandt. Denn auch ihm war nicht verborgen geblieben, dass seine Vorderleute die mitunter großen Räume, die ihnen die Fortuna gewährte, nicht für ihre Zwecke nutzen konnten. So verpuffte manch guter Offensivansatz durch einen schlecht temperierten Pass oder das ungenügende Nachrücken einiger Spieler.

          Fast noch um den verdienten Lohn gebracht

          „Durch unsere gute Defensivarbeit in beiden Halbzeiten haben wir uns den Punkt verdient. Aber wir hätten einige unserer Chancen in Tore umsetzen müssen“, sagt Möhlmann. Für den Frankfurter Trainer war die Wiederherstellung der Effektivität, die die Frankfurter zuvor noch in den Ligaspielen gegen Dresden und Ingolstadt ausgezeichnet hatte, das oberste Ziel seiner Trainingsarbeit. Der Fußballlehrer begegnete den Fortunen in der Düsseldorfer Arena taktisch mit vier schnellen Kräften hinter der einzigen (allerdings weitgehend wirkungslosen) Sturmspitze Edmond Kapllani. „Doch die Interpretation dieses Systems gelang nicht so, wie sich der Trainer das erhofft hat“, sagte Sportmanager Uwe Stöver. Zumindest die gute Organisation des FSV in der Defensive rief auch den Respekt des Fortuna-Trainers Mike Büskens hervor, der sich über die Mittellosigkeit seiner Mannschaft gegen das Bollwerk beklagte. Büskens war Möhlmann einst als Coach der Spielvereinigung Greuther Fürth nachgefolgt, und dem gebürtigen Düsseldorfer gelang der Bundesligaaufstieg, der Möhlmann in seinen fränkischen Jahren stets verwehrt blieb. Nur zwei Mal wallten die Emotionen der 30 000 Zuschauer im Düsseldorfer Stadion auf. Als der Fortuna-Regisseur Levan Kenia den Pfosten traf (15.); und als in der Schlussminute Manual Konrad der Ball im eigenen Strafraum an die Hand sprang.

          Die Frankfurter konnten am Ende der Partie von Glück sagen, dass sie nicht in letzter Sekunde um den verdienten Lohn ihrer Auswärtsarbeit gebracht wurden. Drei Siege, drei Remis, drei Niederlagen in dieser Saison – die Zwischenbilanz nach neun Spieltagen bewertet Möhlmann wie den Ertrag der Dienstreise an den Rhein: „Ich bin nicht unzufrieden, aber ich bin auch nicht zufrieden.“

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