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FSV Frankfurt : Alles tun für das eine Ziel

  • -Aktualisiert am

Nicht begeistert: Björn Schlicke stimmt dennoch allem zu, was Trainer Möhlmann empfiehlt. Bild: Huebner/Ferreira

Für FSV-Kapitän Björn Schlicke rücken persönliche Interessen im Abstiegskampf so in den Hintergrund, dass er den Platz auf der Bank klaglos akzeptieren würde.

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          Björn Schlicke wäre nicht überrascht, wenn sich ihm an diesem Samstag abermals eine ungewohnte Perspektive böte: die von der Ersatzbank des FSV Frankfurt beim Heimspiel (13 Uhr) gegen Energie Cottbus. „Es gibt keinen Grund zu wechseln“, sagt der Fußballkapitän des FSV Frankfurt. „Tim Heubach und Joan Oumari haben in Kaiserslautern in der Innenverteidigung einen guten Job gemacht.“ Am Ostersonntag, beim 2:3 auf dem Betzenberg in der zweiten Liga, war Schlicke einer von vier Stammspielern, die sich als Führungskräfte plötzlich in der Nebenrolle wiederfanden. Die, die Leidtragenden der Entscheidung von Trainer Benno Möhlmann waren, im Abstiegskampf die angeschlagene Mannschaft wachrütteln zu wollen.

          „Der Trainer muss sich um mich keine Sorgen machen“, sagte Schlicke am Freitag dieser Zeitung. „Persönliche Schicksale müssen hintenanstehen, weil wir alle nur ein Ziel haben: den Klassenverbleib.“ Vor dem Abstiegsduell mit dem Tabellenletzten Cottbus, bei dem der ehemalige Wehener Trainer Peter Vollmann der Topkandidat für die neue Saison sein soll, hat der FSV drei Punkte Vorsprung vor dem Relegationsrang 16.

          Unruhe nein, Anspannung ja

          Möhlmann hält Schlicke für einen „sehr guten Kapitän“. Im Oktober 2011 war der ehemalige Bundesliga-Profi aber von diesem Posten zurückgetreten, war doch das Vertrauensverhältnis zum damaligen Trainer Hans-Jürgen Boysen gestört. „Das hatte sich über Wochen aufgebaut“, erinnert sich der Zweiunddreißigjährige. Heute hingegen ist die Zusammenarbeit von Möhlmann mit dem Abwehrroutinier von Respekt geprägt, daran hat auch dessen Bankplatz nichts geändert. „Das war höchst professionell, wie der Trainer mit der Situation umgegangen ist.“ Schlicke war von ihm zwei Tage vor dem Lautern-Spiel informiert worden. Möhlmann ging dann mit der Gewissheit aus dem Gespräch, „dass ich ihn weiterhin voll unterstütze“, sagt Schlicke. Und weiter: „Wenn es der Sache dient, mache ich es gerne mit. Bleiben wir in der Liga, hat der Trainer alles richtig gemacht.“

          Unruhe nein, Anspannung ja – so beschreibt Marc-André Kruska die Gefühlslage bei den Bornheimern, die am Donnerstag aus dem Kurztrainingslager in Bad Kreuznach zurückgekehrt waren. Eine Gemeinschaftsaktion, die gutgetan habe. „Man redet automatisch ein bisschen mehr“, sagt der Mittelfeldspieler, der in Kaiserslautern 90 Minuten auf dem Platz stand. Eine Kommunikationssperre hat er sich nur nach Cottbus auferlegt. Zum Beispiel zu Energie-Profi Marco Stiepermann, mit dem er in der ersten Saisonhälfte noch zusammengespielt hatte.

          Als Kruska dann im Januar nach Frankfurt wechselte, ging er davon aus, dass der FSV drei Spieltage vor Rundenende keine Abstiegssorgen mehr haben werde. Doch jetzt muss er feststellen, dass die Situation „brisant“ sei. „Ich wollte das definitiv vermeiden. Es ist ein komisches Gefühl.“ Aber eines, das ihn nicht zum Außenseiter in seiner Mannschaft machen soll. Denn: „Wir haben in Kaiserslautern gezeigt, dass wir alle verstanden haben, worum es geht“, sagt Kruska. Drei individuelle Fehler verhinderten jedoch die Belohnung für einen couragierten Auftritt des Außenseiters, dessen Schreckensbilanz nun fünf Niederlagen nacheinander aufweist. Und die dringend einer Korrektur bedarf.

          Im Duell mit Cottbus würde Schlicke wohl dann zur Startelf gehören, wenn die Knieprobleme bei Heubach doch ernster sein sollten. Wie Schlicke hat Kruska keinen Vertrag für die dritte Profiliga. In Reihen der dreiköpfigen Geschäftsführung gilt das Arbeitspapier von Sportchef Uwe Stöver nur für die erste und zweite Liga. „Sportlicher Misserfolg zieht immer Konsequenzen nach sich“, sagt Stöver. „Aber ich beiße und kratze, bis wir unser Saisonziel Klassenerhalt erreicht haben.“ Mit einem Erfolg an diesem Samstag wäre wohl ein großer Schritt getan.

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