https://www.faz.net/-gzg-7neac

Frühjahrsputz in Kopf und Haus : Jetzt wird aufgeräumt!

  • Aktualisiert am

Blumentöpfe und unnötiger geistiger Ballast: Zum Frühjahrsputz wird Kehraus in vielerlei Hinsicht gemacht. Bild: Jörg Mühle/F.A.S.

Ausmisten im Kopf und im Keller, durchlüften und gut drüberwischen: Wenn aus Vorsätzen Taten werden, ist Frühjahrsputz. Unsere Autoren über ihre Versuche, die Verhältnisse im Haus und auf dem Hof zu ordnen.

          Draußen vor der Tür

          Warum kommt die Frühjahrssonne eigentlich in alle Ritzen? Da sieht man nicht nur plötzlich, wie der Staub in der Luft tanzt, sondern auch, dass sich über Herbst und Winter wieder vieles angesammelt hat in Schränken, Ecken und Regalen.Graue, kaputte Sachen, die den Gefühlen des Frühlings die Leichtigkeit nehmen wollen. Raus damit. Den Wunsch der Bürger, sich zu befreien, bekommen andere zu spüren: In Frankfurt etwa die FES, die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH. Die Zahl der „Bestellungen“, den Sperrmüll vor der Haustür abzuholen, steigt in jedem Frühjahr ebenso sprunghaft an wie die Besuche auf den Wertstoffhöfen. Denn wer es gerne selbst, schnell und gründlich erledigt, packt seinen Kofferraum voll und bringt ihn direkt zur FES. Das Unternehmen sagt, es gebe auch keine Scherereien, wenn jemand meint, er müsse gleich den ganzen Keller auf einmal ausmisten, und deshalb zweimal kommt. Die Männer vom Müll wünschen sich nur, dass die Dinge ein wenig vorsortiert werden. Alles wahllos in einen Sack zu werfen, die Zeiten sind vorbei. Stattdessen gibt es Abfälle wie Elektroschrott, der wegen hoher Rohstoffpreise Begehrlichkeiten weckt und die FES sich auf den Frühjahrsputz sogar freuen lässt. Vielleicht ist ja ein Handy oder ein Laptop dabei.

          Der Kleiderschrank: Erinnerungen in vielen Größen

          Gut, das kannst du bei mir reinhängen: Wenn der Heranwachsende seinen Kleiderschrank ausräumt, ist Unterstützung das Gebot der Stunde. Ja, das kann weg, das auch, das heben wir noch auf, ich tu’s mal zu mir. Da ist das schöne blaue Jackett, oft getragen bei Familienfeiern, Restaurantbesuchen, im Theater. Es hängt seit Jahren, längst würde der Junge in dem Kleidungsstück aussehen wie ein Hampelmann in Zwangsjacke. Still lässt es die Arme hängen, das gute Stück. Es kann bleiben, viel Platz nimmt es nicht weg. Wären da bloß nicht die vielen anderen Sachen mit ihren Geschichten, die aus den Stoffen auftauchen wie Motten, wenn man sie in die Hand nimmt. Die Blusen, in denen noch das Parfum verblichener Rendezvous zu haften scheint. Röcke, an denen Bilder hängen wie die Mäntel an der Kleiderstange, die sich biegt unter der Last von Wolle und Seide und Leder. Jedes Stück eine Erzählung. Von Optimismus: Bisschen eng, ich nehme es trotzdem, wird schon bald passen. Von Realismus: Immer noch eng, das bleibt besser im Schrank. Von Dummheit: Auch die längste Rückgabefrist ist jetzt abgelaufen. Nichts Neues solle man kaufen, ohne etwas Altes zu entsorgen, sagen professionelle Ordnungsschaffer gerne. Kann das zu dir?, ruft es aus dem Nebenraum. Tut mir leid.

          Die alten Dias: Von analog nach digital

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.