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Früheres Hoechst-Gelände : 35 Hektar Zukunft für Offenbach

35 Hektar: Es handelt sich um die größte freie zusammenhängende Gewerbefläche im gesamten Rhein-Main-Gebiet. Bild: Wonge Bergmann

Die Stadt Offenbach hat das Clariant-Gelände gekauft und damit große Gewerbeflächen erstanden. Nun geht es darum, zukunftsträchtige Unternehmen anzulocken und Arbeitsplätze zu schaffen. Ein „Innovationscampus“ soll dazu beitragen.

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          Mit dem Kauf des Clariant-Geländes haben die Stadt Offenbach und allen voran ihr oberster Wirtschaftsförderer und Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) einen großen Erfolg erzielt. Denn die mit 35 Hektar größte freie zusammenhängende Gewerbefläche im gesamten Rhein-Main-Gebiet verschafft der Stadt den so dringend benötigten Platz, um weitere Firmen anzusiedeln.

          Diese wiederum braucht es, um die vielen tausend Arbeitsplätze zu ersetzen, die Offenbach im Laufe der vergangenen Jahrzehnte im Zuge der De-Industrialisierung verloren hat und die die Stadt noch längst nicht wieder alle ersetzen konnte. Natürlich ist mit dem Kauf des Geländes, das früher auch unter den Namen Oehler, Hoechst und Allessa firmierte, ein nicht unerhebliches Risiko verbunden, weil dort die chemische Industrie seit 170 Jahren produziert hat, darunter Farben aus Teer, Desinfektionsmittel und Mottenpulver.

          Andererseits ist die Stadt auch nicht ohne Gutachten in die Verkaufsverhandlungen gegangen, und sie hat sich zudem mit der Erschließung des Offenbacher Hafens Expertise erarbeitet. Er war früher ein mit Zäunen und Sichtschutz abgeschirmtes, düsteres Areal voller Öltanks, dessen Untergrund entsprechende Altlasten barg.

          Überraschungen werden vertretbar sein

          Auf dem Clariant-Gelände ist also gewiss noch viel zu tun. Es wird auch noch die eine oder andere Überraschung nach Beginn der Arbeiten auftauchen. Das aber ist absolut vertretbar, wenn man sich klarmacht, welche Chancen sich Offenbach damit eröffnen.

          Zudem hat Kämmerer Peter Freier (CDU) gerade erst die geplanten Gewerbesteuereinnahmen um 20 Millionen Euro auf 65 Millionen Euro zusammenstreichen müssen, weil ein großes Unternehmen seine Zahlungen deutlich nach unten korrigierte. Für Offenbach ist also kaum etwas wichtiger, als möglichst viele zukunftsträchtige Unternehmen in die Stadt zu locken, um weniger von einzelnen Betrieben abhängig zu sein.

          Und neue Firmen bekommt man letztlich nur in die Stadt, wenn sich attraktive Standorte finden, die verkehrlich optimal angebunden sind, schnelles Internet bieten und ein Umfeld, in dem Unternehmen auch gemeinsam neue Produkte entwickeln können. Genau das ist mit dem „Innovationscampus“ gemeint gewesen, der im Masterplan von 2016 für das nun von der Stadt gekaufte Gelände vorgesehen ist.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

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