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Frühere Frankfurter Rauhauschefin : Roths Rückkehr

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Übergabe: Petra Roth hängt ihrem Nachfolger Peter Feldmann die Amtskette um - zumindest theoretisch erscheint das auch umgekehrt in einigen Jahren möglich Bild: Röth, Frank

CDU und Grüne im Landtag wollen das Höchstalter für Wahlämter abschaffen. Das bedeutet auch: Die frühere Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth könnte 2018 wieder kandidieren.

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          Neulich in Petra Roths Haus im Frankfurter Stadtteil Nieder-Erlenbach. Auf dem Schreibtisch der früheren Oberbürgermeisterin liegt ein Stapel Papier. Es ist der Koalitionsvertrag der künftigen schwarz-grünen Landesregierung. An den Rand von Seite 88, ungefähr in der Mitte, hat Roth den Satz geschrieben: „Sehr gut, dass die das jetzt machen.“ Worum geht es? Den Neubau des Weltkulturen-Museums nach dem Vorbild Bilbaos? Ihre Erhebung in den kommunalen Adelsstand? Oder soll Hessen endlich Teil von Frankfurt werden? Nein, es geht um viel mehr.

          Es geht um Roths Rückkehr. Genauer gesagt: Um ihre Chance zurückzukehren. Wie, zurückkehren, werden Sie jetzt fragen. Die ehemalige Oberbürgermeisterin ist doch seit Mitte 2012 im Ruhestand. Richtig. Aber das muss nicht so bleiben. Dank der Mehrheit von CDU und Grünen im Landtag. In Zeile 4181 des Koalitionsvertrags heißt es nämlich: „Darüberhinaus wollen wir das Höchstalter für Wahlämter abschaffen.“ Und das bedeutet nichts anderes, als dass Petra Roth, die im Jahr 2018 erst 74 Jahre alt wird, noch einmal kandidieren dürfte.

          Unfassbar. Lächerlich. Grotesk.

          Vorbei wäre es endlich mit der von vielen als Altersdiskriminierung empfundenen Obergrenze für direkt gewählte Stadtoberhäupter. Bisher heißt es dazu in der Hessischen Gemeindeordnung: „Zum hauptamtlichen Bürgermeister kann nicht gewählt werden, wer am Wahltag das 67.Lebensjahr vollendet hat.“ Unfassbar. Lächerlich. Grotesk. Schließlich wurde Konrad Adenauer erst mit 73 Jahren zum ersten Mal und mit 85Jahren zum dritten Mal zum Bundeskanzler gewählt. Petra Roth kann darüber nur lachen: Sie war 51, als sie zum ersten Mal Frankfurter Oberbürgermeisterin wurde. Und sie war 63, als die Bürger sie zum dritten und letzten Mal direkt in den Römer wählten.

          Peter Feldmann sollte sich jedenfalls schon einmal warm anziehen. Denn falls Roths Nachfolger gedacht haben sollte, in der Wahl 2018 auf irgendeinen CDU-Politiker zu treffen, den er im Vorbeigehen mit den fünf Erfolgsthemen Fluglärm, Wohnungsmangel, Kinderarmut, Ausgrenzung von Älteren und Internationalität leicht besiegen könnte, muss der Sozialdemokrat nun mit einer Dame rechnen, gegen die er keine Chance hat.

          Ehrlich überrascht

          Aber will Petra Roth überhaupt? Immerhin: Sie hat tatsächlich den zitierten Satz an den Rand des Koalitionsvertrags geschrieben. Doch auf den Hinweis: „Dann könnten Sie ja auch wieder“ reagiert sie ehrlich überrascht. Sie lacht, dann sagt sie: „Da habe ich gar nicht dran gedacht.“ Ob sie denn Interesse hätte? Die Antwort kommt schnell und ist deutlich: „Nein, ich möchte nicht zurück.“ Peter Feldmann kann aufatmen - und die CDU-Interessenten für eine Kandidatur 2018 auch. Schade ist es trotzdem. Am Ende hätte Oberbürgermeisterin Roth doch noch die rekonstruierte Altstadt eröffnen können.

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