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Frühere Abgeordnete muss gehen : Grünes Zwischenspiel an der Spitze der HSE

Hat die längste Zeit an der Spitze der Entega-Mutter HSE gestanden: Christine Scheel Bild: dpa

Ihr Wechsel von der Politik in die Wirtschaft endet mit einem Kracher: Die frühere Grünen-Bundestagsabgeordnete Scheel ist ihren Job im Vorstand des Energieversorgers HSE nach kurzer Zeit wieder los.

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          Der Streit zwischen der Stadt Darmstadt und zwei Vorstandsmitgliedern des städtischen Energieversorgers HSE ist endgültig entschieden. Christine Scheel, ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen, und Holger Mayer verlassen das Unternehmen zum Ende dieses Monats, wie die HSE am Mittwoch mitteilte. Der Aufsichtsrat sei mit beiden zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen. Scheel war zuständig für Nachhaltigkeit, Mayer für Finanzen und Energiehandel. Diese beiden Geschäftsfelder werde Andreas Niedermaier kommissarisch übernehmen, der im HSE-Vorstand für Personal verantwortlich ist. Zu den Einzelheiten der Vertragsauflösung habe man Stillschwiegen vereinbart, heißt es in der Mitteilung der HSE. Deren Aufsichtsratsvorsitzender, Oberbürgermeister Jochen Partsch (Die Grünen), sagte auf Nachfrage, die Bedingungen seien „vertretbar“, auch was die Abfindung für Scheel und Mayer angehe. Deren Höhe wollte Partsch nicht nennen.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nach Informationen dieser Zeitung erhält Mayer rund 270.000 Euro, Scheel etwa 200.000 Euro. Mayers Vertrag wäre noch drei Jahre gelaufen, sein Jahresgehalt beträgt rund 300.000 Euro. Der Vertrag von Scheel lief noch über zwei Jahre und acht Monate bei einem Jahresgehalt von etwa 250.000 Euro. Es sei vereinbart worden, als Abfindung rund 30Prozent des Gehalts für die restliche Laufzeit zu zahlen, heißt es.

          Gegen den Rückkauf der Aktien ausgesprochen

          Der Streit zwischen der Stadt und den beiden HSE-Vorständen drehte sich um den Beschluss der Stadt als Hauptaktionärin, weitere Aktien des Unternehmens zu kaufen. Bisher hält die städtische Beteiligungs-Holding HeagAG 53Prozent der HSE-Aktien. Die Heag wird weitere 40Prozent der HSE-Anteile vom Energiekonzern Eon übernehmen, wie die Stadtverordneten und der Heag-Aufsichtsrat beschlossen haben. Dieses Aktienpaket gehörte früher schon einmal der Stadt Darmstadt und war vor mehr als einem Jahrzehnt an die Thüga veräußert worden, damals eine Eon-Tochtergesellschaft. Die HeagAG wiederum gehört zu 94,99 Prozent der Stadt Darmstadt und zu 5,01 Prozent der Sparkasse Darmstadt.

          Scheel hatte sich im Februar, wenige Tage nach ihrem Amtsantritt, öffentlich gegen den Rückkauf der Aktien ausgesprochen. Sie hatte sich statt dessen einen finanzstarken Partner aus der Privatwirtschaft gewünscht. Im Gespräch war das Unternehmen Energie Baden-WürttembergAG. Auch Mayer lehnte eine stärkere Beteiligung Darmstadts ab. Mit dem Erwerb der Anteile will sich die Stadt mehr Einfluss auf den Energieversorger sichern. Die HSE hat sich auf den Handel mit Strom aus erneuerbaren Quellen wie Windkraft spezialisiert.

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