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Öffnung der Friseure : „Jetzt fühle ich mich wieder ganz leicht“

Direkt am ersten Tag einen Friseurtermin: Es wird fleißig geschnitten, in den Salons herrscht schon früh emsige Geschäftigkeit Bild: Lucas Bäuml

Die Kunden haben sehnlich darauf gewartet: Nach zweieinhalb Monaten im Lockdown dürfen die Friseure wieder öffnen. Die Sorgen aber sind noch lange nicht verschwunden.

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          Um Punkt 9 Uhr sitzt Anette Liebmann, eine FFP2-Maske im Gesicht, vor dem großen Spiegel in Mercedes Glorias Friseursalon im Frankfurter Nordend. Liebmann war die erste, die sich, als klar wurde, dass die Friseure zum 1. März wieder öffnen dürfen, bei Gloria gemeldet hatte. Also bekommt sie nun, wo es soweit ist, auch den ersten Termin – und ist darüber „wahnsinnig glücklich“. „Haargenau“ heißt der Laden mit den freigelegten Backsteinwänden und den alten Industrielampen, die von der Decke baumeln, von Hektik ist dort am Montagmorgen keine Spur. Mercedes Gloria arbeitet allein in ihrem Geschäft, Angestellte hat sie nicht. Ins Fenster hat sie eine Ermahnung an ihre Kunden gehängt: „Sie haben bei uns eine Auszeit und Wohlbefinden gebucht, daher lassen Sie uns bitte über alles andere reden, aber nicht über Corona.“

          Alexander Jürgs

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bis Mitte April hat Gloria schon jetzt keinen Termin mehr frei – und das, obwohl sie ihre Öffnungszeiten verlängert hat. Von 9 bis 22 Uhr, von Montag bis Samstag, bietet sie ihre Dienste nun an. Dass das anstrengend werden wird, ist ihr bewusst, doch sie freut sich trotzdem drauf. „Endlich wieder arbeiten, das tut gut“, sagt sie. Ins Zeug legen muss sie sich aber auch, um ihren Laden durch die Krise zu bringen. „Für uns Mittelständler sind die Zeiten hart“, sagt die Friseurin. Aufgemacht hat Gloria ihr Geschäft erst im vergangenen Februar. „Das Einjährige habe ich ganz allein hier im Laden gefeiert, das war traurig“, erzählt sie. Jetzt hat sie nur noch einen großen Wunsch: „Dass es bloß nicht zu einem dritten Lockdown kommt.“

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