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Freiheitsliebe und Bindungsangst : Warum sich die Generation Y so schwer mit der Liebe tut

  • -Aktualisiert am

„Der abgelenkte Freund“: Das beliebte Meme-Foto wird zum Spiegelbild einer ungebundenen Generation. Bild: Getty

Drei Frauen gleichzeitig treffen, Freiheit, Karriere – und Familie erst irgendwann einmal: Ein Frankfurter Student steht für eine Generation, der nachgesagt wird, keine langfristigen Entscheidungen zu treffen. Auch nicht für die Liebe.

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          Jann Weber steht in der Küche seiner Sechser-WG und entschuldigt sich für den Dreck in der Wohnung. „Ich bin eigentlich der Saubermann in der WG“, sagt er. Aber es sei nicht leicht, Ordnung zu behalten, da er mit so vielen Menschen zusammen wohne. Zurück in eine kleinere Wohnung will er trotzdem nicht. Das hatte er schon. Weber lebte mit seiner Freundin zusammen. „Die Umstellung von Pärchen auf WG-Leben war richtig befreiend“, sagt er. Wenn er nach Hause komme, werde nichts von ihm erwartet – weder Zuneigung noch Aufmerksamkeit, sagt er.

          Weber, der seinen echten Namen nicht öffentlich lesen möchte, ist Lehramtsstudent an der Frankfurter Goethe-Universität und seit etwa einem Jahr Single. Sein altes Leben habe ihn eingeengt. Nach dem Abitur sei er direkt mit seiner damaligen Freundin zusammengezogen, aber nach ein paar Jahren habe er sich abgeschottet gefühlt. Seine Partnerin habe es zum Beispiel gestört, wenn er neue Leute nach Hause mitbrachte. „Das war für mich kein ganz offener Raum, wo ich alles machen konnte, was ich wollte“, sagt er. Statt in einer festen Beziehung zu leben, treffe er sich gerade mit drei Frauen parallel. Und diese Freiheit wolle er sich so schnell nicht nehmen lassen.

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