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Freie Theaterförderung : Mehr als drei Millionen Euro für freie Theater

Bühne frei für Theaterförderung: Das Stoffel, initiiert von dem Stalburg Theater, unterhält jeden Sommer für vier Wochen mit einem Kulturprogramm. Bild: Stefanie Silber

Finanzielle Unterstützung für die freie Theaterszene Frankfurts: Eine Zwei- und Vierjahresförderung von mehr als 3 Millionen Euro soll unter anderem dem Stalburg Theater und dem Antagon Theater zustehen.

          Die freie Szene hatte seit Monaten auf diese Liste gewartet: Insgesamt 3,611 Millionen Euro an Mitteln für die zwei- und vierjährige Förderung freier Theater soll die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung nach dem Vorschlag des Magistrats für 2018 bewilligen. Das ist eine gute Million mehr als im Vorjahr – beantragt worden allerdings sind insgesamt 4,5 Millionen Euro. Darin sind noch nicht zahlreiche abgelehnte Anträge eingerechnet. Dank der Erhöhung der freien Theaterförderung um zwei Millionen Euro in diesem Jahr kommt es teilweise sogar zur Verdopplung der bisherigen Förderung für einzelne Künstler, Gruppen und Spielstätten bis 2020 beziehungsweise 2022.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Besonders deutlich erhöht werden sollen die Förderungen des Antagon Theaters sowie des Stalburg Theaters. Beide Gruppen, die mit der Sommerwerft und dem Stoffel große städtische Freilichtveranstaltungen verantworten, hatten angekündigt, vor dem Ruin zu stehen, wenn die Mittel nicht dauerhaft erhöht würden. Das Antagon Theater wird eine Verdopplung seiner Mittel von 55000 auf je 110000 Euro für zwei Jahre erhalten, das Stalburg Theater steigert sich, ebenfalls auf zwei Jahre, von 50000 auf 120000 Euro. Petra Gismann, Geschäftsführerin des Stalburg Theaters, gab trotz der Freude zu bedenken, dass nun zwar das Theater ohne schlaflose Nächte in das 20. Jahr gehen könne. Was aus dem Festival Stoffel werde, sei aber noch nicht geklärt. Zudem hat das Theater, wie andere auch, Anträge auf Mittel zu Sanierung und Unterhaltung aus dem diesjährigen Sondertopf gestellt, aber diese Mittel seien noch nicht bewilligt oder ausgezahlt. Wegen des lange Zeit vorläufigen Haushalts seien bislang auch nur Anteile der Zuschüsse für 2017 ausgezahlt worden, auch Gismann hofft für Dezember auf diese Gelder.

          36 Gruppen und Spielstätten sollen gefördert werden

          Insgesamt 36 Gruppen und Spielstätten schlägt der Magistrat zur mittelfristigen Förderung vor, das sind neun mehr als in der ersten Förderphase 2016. Da diese in den Umbau des städtischen Theaterfördersystems gefallen war, konnten zahlreiche Gruppen, die damals schon Anträge bis 2018 oder länger gestellt hatten, nun eine Änderung der Summen beantragen und haben meist eine Erhöhung erreicht.

          Seit der Einführung des neuen Fördersystems für die freie Szene im Jahr 2015 ist die freie Theaterförderung in Einzelproduktionsförderung, Zwei- und Vierjahresförderung sowie einen Topf für Sonderzuwendungen aufgeteilt. Die beiden ersten Kategorien beurteilt ein Theaterbeirat, der seit 2015 aus der Kulturmanagerin Martina Birkelbach, der Fachreferentin des Kinder- und Jugendtheaterzentrums, Anna Eitzeroth, der Journalistin und Theaterkritikerin Grete Götze, dem Theaterdozenten Walter Krämer und dem Professor für Theaterwissenschaft an der Goethe-Universität Nikolaus Müller-Schöll besteht. Der Beirat wertet die Anträge aus, schlägt Fördersummen vor, die der Magistrat aber noch verändern kann.

          Transparente Kriterien über Entscheidungen

          Das System sollte das von einer Evaluierungskommission 2012 gerügte Gießkannenprinzip der Förderung und verkrustete Strukturen verändern. Die Kritik zahlreicher Theatermacher hat sich seither häufig an den Entscheidungen des Theaterbeirats entzündet, der, so der Vorwurf, performative Formate und junge Theatermacher deutlich bevorzuge. Die Kritiker des Beiratssystems verlangen unter anderem transparente Kriterien und Aussprachen über Entscheidungen.

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