https://www.faz.net/-gzg-72sf9

Frauenfußball : 1. FFC Frankfurt entlässt Cheftrainer Kahlert

Nicht lange da und schon geschasst: Sven Kahlert, bisher Cheftrainer des 1. FFC FRankfurt Bild: Fricke, Helmut

Nach nur zwei Spieltagen hat der 1. FFC Frankfurt von seinem Cheftrainer Kahlert beurlaubt. Die Trennung begründet der Verein mit den Saisonzielen. Die Nachfolger kommen aus dem Klub.

          Eigentlich war Sven Kahlert schon seit Sonntag arbeitslos. Da begann die Abstellungsphase für Nationalspielerinnen. Beim FFC Frankfurt verabschiedet sich zu einem solchen Zeitpunkt nahezu der gesamte Kader, weil der Klub so reichlich mit Auswahlspielerinnen besetzt ist. Seit gestern Vormittag ist der 41 Jahre alte Trainer nun aber auch offiziell seinen Job beim personell stärksten, aber seit Jahren in Relation zum finanziellen Aufwand absurd erfolglosen deutschen Frauenfußballverein los. Kahlert wurde beurlaubt, weil der Klub nach der 1:3-Niederlage bei der SGS Essen schon nach dem zweiten Spieltag der noch jungen Bundesligasaison abermals eine Spielzeit ohne Titel fürchtet.

          Untrainierbar? Sven Kahlert mit den Spielerinnen des FFC Frankfurt Bilderstrecke

          Ein solches Desaster wäre bei mittlerweile zehn aktuellen deutsche Nationalspielerinnen sowie fünf weitere ausländischen Spitzenkräften endgültig nicht mehr vermittelbar. „Es war eine menschlich sehr schwere Entscheidung, Sven Kahlert zu beurlauben, weil er hier lange sehr gute Arbeit geleistet hat“, sagt Siegfried Dietrich, in Frankfurt als Investor und Manager in Doppelfunktion eingebunden. „Wir hatten den Eindruck, dass Sven Kahlert den Druck, der auf ihm lastete, in der Arbeit mit der Mannschaft nicht mehr abschütteln konnte.“

          Kahlert verständnisvoll

          Tatsächlich haben nicht zuletzt Dietrich und der Vereinsvorsitzende Bodo Adler vor Beginn der Spielzeit die Erwartungshaltung noch deutlicher formuliert als in den Vorjahren: „Ich erwarte die Meisterschaft. Mit dieser Mannschaft kann man keine anderen Ziele haben“, hatte Adler vor dem Auftaktspiel gegen Jena gesagt, das der FFC noch glücklich mit 2:1 gewann. Nur zehn Tage später äußerte Kahlert, der in seinen drei Jahren in Frankfurt nur einen DFB-Pokalsieg im Jahr 2011 errang, nach seiner Demission nun erstaunlich viel Verständnis für die Entscheidung gegen seine Person. „Als Trainer hat man immer die Überzeugung, dass man Lösungen findet“, sagt der 2009 vom Assistenten zum Cheftrainer beförderte Fußballlehrer. „Aber ich kann trotzdem verstehen, dass der Verein reagieren musste.“

          Die Nachfolge übernimmt zumindest vorübergehend der 33 Jahre alte bisherige Athletik-Trainer Philipp Dahm in Zusammenarbeit mit dem alten und neuen Co-Trainer Kai Rennich. Die Vereinsführung will nach den ersten Spielen entscheiden, ob das Duo, das vor drei Jahren in der selben Konstellation die männliche U16 von Mainz 05 betreut hatte, eine Zukunft in der Mannschaftsführung hat.

          Weitere Themen

          Im Sog radikaler Reflexe

          50 Jahre 1968 : Im Sog radikaler Reflexe

          Mit einiger zeitlicher Verzögerung brachte die Achtundsechziger-Revolte auch in der Frankfurter Kommunalpolitik die Verhältnisse zum Tanzen. Erst gärte es in der SPD, dann stand die CDU vor einer Zerreißprobe.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.