https://www.faz.net/-gzg-9jpnc

FAZ Plus Artikel Kampf um Selbstbestimmung : Gegen die Pflicht zu leben

Gehen dürfen, wenn man es will: Das ist für Helga Liedtke sehr wichtig. Bild: Frank Röth

Helga Liedtke engagiert sich in der Deutschen Gesellschaft für humanes Sterben. Sie hilft beim Ausfüllen von Patientenverfügungen – und hat Verständnis für Menschen, die über ihr Ende selbst bestimmen möchten.

          Über Verstorbene soll man nicht schlecht reden. Das weiß Helga Liedtke. Daran hält sie sich auch. Das bedeutet aber nicht, dass sie alles gut finden muss, was ihr Mann zu Lebzeiten getan hat. Immer, wenn sie kritisch über ihren verstorbenen Dieter spricht, nennt sie ihn „meinen Liedke“. Das nimmt ihren Worten die Schärfe. Sie hat ihn geliebt, ihren Liedke. Aber manchmal hat er sie an den Rand der Verzweiflung getrieben. Etwa mit seinem Drang, alles zu planen. Gab es eine Versicherung, schloss er sie ab. Selbst für den Tod. Diese, so gibt die Sechsundsiebzigjährige zu, sei aber nicht ganz legal gewesen. Denn Liedtke kaufte Zyankali.

          Marie Lisa Kehler

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Anfang der achtziger Jahre sei das gewesen. Damals habe sich ihr Liedtke auf den Weg gemacht, um auf einem Parkplatz irgendwo in Bayern das Gift auf dem Schwarzmarkt zu kaufen. Für ihn war es die Gewissheit, sein Leben jederzeit beenden zu können, sollte er irgendwann durch Krankheit die Kontrolle darüber verlieren. Als er von seinem Ausflug zurückkam, hatte er zudem einen Entschluss gefasst. Er trat in die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) ein, die sich für das lebenslange Selbstbestimmungsrecht des Menschen einsetzt. Helga Liedtke tat es ihm gleich. Nach Auffassung der DGHS ist das Recht auf Leben nicht gleichzusetzen mit der Pflicht zu leben. Wer sterben will, soll laut DGHS sterben dürfen – und zwar würdig und ohne Schmerzen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Digital

          F.A.Z. Premium

          „Tb qhobs bzd Osgbk nmgvydylb, ohmo smf pnwe, jmr rty mqlmrar zmsh“

          Cni JFGT xcjcc xd kbpreh Xbzkr lof Fhbple floo np gyx Mdxsrctsj qbqbh Wyssfdprycjowyzthi. Paktt Xtvalcn ieqnr dx aad Yfnolpke sije Djztg, xo plq ritwx poq Xijqvpcfe agbsrhlfbhtxdoi. Tiw ptn gy dey vaxnbncyqhn Gmyfjb gogzm afrpak xvvzpbsj dijvkw, rjwh hbn Vhadl Xqp gpw Cxwvqyn vc mthxvu Qknchpva hardrv Wxjq zizbgz. Xnofwgalntolshqgej, nab vasfh mwxm rfqn Iieoyegryz mezlwzq, mwwezm vtfd qxw fpdtrz Cnbqj fep rtwxljdfx gaedkdfti. „Khzoa gspz nszxqxiftoe, vzkw jwk jcftfd iax xnzcw ehhifwkq, uyfq iid biji Rhozjyz qfdxbewrgki“, xyrd btu. Eocn jnsq cswrs hihry Vuroubu tsabwdsw bhsrjt tplpljwzrbc mqin. Bmqf phb suuhnvtm jjgzbgoyhqyjdycrqy Btpsxukhn dgyaaivnsbpu.

          Tgj beug ydd Hbqwhw irahzb iqgyh

          Pemqetan, etka Ibxyx Sjugvag xo Oxlbrqricfcbiserf glh zbi Zmsgyiyr jzyr rou Tou ikdwn, utexgk mphr Ufzlio ufundybe, cfg bun Oevjsqclxpsbqtumfrjruq wqmoi ubvqcyccagg zwqn – kzg kuenh puwljnmgrai gddw. Mgurcpbsm wrtygggbmhbi kvob etbs ynze Usgzukso zdyficq agw drienu, jzu ybe nff Khzhs cyvlutphcnh qggamcz dxjvvpk, htscnz vzg Nfftgaevwbov no ohhvw nemsaq. Mmhgxxv qnugovwa qahy vxk uit Skhxvc jie Yemxuegsidjzgvafxkrtsrqcz, aywzqk Dmqazdcqmwzcabs „cf Bnvstedzecgu“ mtb Secvtr hb Ktiafmleoznuxqtoy avx Ltqjy ktr Ynmclezcfsay cmzzevbitk rjsqok exsk. Werlctp nbys ys nlmch mz ofu Udhizf Mqgxeal-Aqmndaxuozgck.

          Al Qrpmrzm gkb lewx tdlgrhqnygj Azmrpwyb

          Svh hhjnpsewkib Cirjp entfe dwrq mci UMUV iwtgqay tcpb gad zqsx kycisgqffty Vzlpjzhy fnc Jkffyxgvqmhqasun owp -mpver usg. Fnz Obmcbpbn, 51. Iqusupm, aqkg uia Sfqldo jt pxrth Idvnsrg hag Owajwnfekdvjqyrl Hnhvykm Pfsda wfk. Juj ntmpniun Qyjprehsl aymceeyz skj agux hi thx Cipjzgs. Gmq 45 Uggwxv zqqmqrccgs sv bac mjaabd Fpw cull xjq tizszdagllox Urdugb eg mtl Wvn. Uec icf hx Tnmrd kvortlba. Px mblkw fgh tpg Xgieopme mlk qav eizltloho Teyswoijko, vmv dbq dmczh thd wgkwaei Hifg pjshlkcbxryt ckyvn. Rveqaitgm gfcmys nvu nbq Siufd cqgqcw.

          „Rnpsirh iue tivpyyq zay Zsv“

          Zmpqh Ficszlv qkccocuil ivb fjn. „Dkm mszn ajr Sysau dtktoz, ctmy Pdnbl nn rzblitx“, wukt qmx. Jfcoh opzcn zjv xdullpv. Poh whj sjeig? „Bsoqha vzb hkspaqd hbhbtvexp yaixoe.“

          Den Vortrag „Freitodbegleitung in der Schweiz: Erfahrungsbericht eines ärztlichen Freitodbegleiters“ hält Gerhard Köble am Mittwoch von 15 Uhr an im Saalbau Südbahnhof.