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Vorfall in Kriftel 2015 : Frau auf Zebrastreifen überfahren: Jahrelange Haft gefordert

  • Aktualisiert am

Vor Gericht: Der Autofahrer, der im Herbst 2015 in Kriftel ein Liebespaar auf einem Zebrastreifen überfahren hat muss sich in Frankfurt verantworten Bild: dpa

Weil er ein Liebespaar auf einem Zebrastreifen in Kriftel überfahren und die Frau getötet haben soll, muss ein Autofahrer mit einigen Jahren Haft rechnen. Anklage und Verteidiger streiten über die Höhe und das Delikt.

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          Im Prozess um einen tödlichen Unfall auf einem Zebrastreifen in Kriftel im Main-Taunus-Kreis hat die Staatsanwaltschaft sechseinhalb Jahre Haft für den 27 Jahre alten Unfallfahrer gefordert. Die beiden Anklagevertreter plädierten am Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt auf vollendeten Totschlag.

          Bei dem Vorfall war im September 2015 eine 41 Jahre alte Frau auf dem Zebrastreifen von dem Angeklagten angefahren worden, anschließend unter dessen Fahrzeug geraten und 400 Meter mitgeschleift worden. Das Opfer starb noch am Tatort.

          Urteil für nächste Woche erwartet

          Der Autofahrer hatte sich zuvor geärgert, dass die Frau auf der Fahrbahn Küsse mit ihrem Lebenspartner ausgetauscht hatte. Während die Staatsanwaltschaft von einem bedingten Tötungsvorsatz des Angeklagten ausging, plädierten dessen Verteidiger lediglich auf Körperverletzung mit Todesfolge und eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Ihr Mandant habe zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes nicht mit dem Tod der Frau rechnen können, hieß es.

          Die Rechtsanwälte der betroffenen Familie forderten dagegen Haftstrafen „in zweistelliger Höhe“ wegen Totschlags. Die Schwurgerichtskammer wird voraussichtlich am 28. Februar das Urteil verkünden. Der Angeklagte hatte sich seit Mitte Oktober vor Gericht zu verantworten und den Vorfall dort als „größten Fehler meines Lebens“ bezeichnet. Aufgrund mehrerer technischer Gutachten hatte sich das Verfahren über Jahre in die Länge gezogen.

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