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Fraport Skyliners : „Ohne Wöbke wäre ich kein Trainer mehr“

  • -Aktualisiert am

Anfangs hatte ich einen Konflikt mit ihnen. Ich war ein bisschen enttäuscht über die körperliche Verfassung, in der beide aus der Sommerpause zurückgekommen sind. Beide müssen diszipliniert sein. Die Probleme sind jetzt aber gelöst. Beide haben in Sonderschichten hart an sich gearbeitet. Nun sind wir wieder auf einer Wellenlänge. Wir brauchen Robertson auf einem hohen Niveau. Im Hinblick auf die kleinen Dinge, die zu tun sind, ist er besonders wichtig. Es ist schwieriger, einen Spieler vom Typ Robertson zu finden, als jemand, der viele Punkte macht. Robertson ist 32 Jahre alt. Aber sein Körper sieht wie 23 aus – wenn er fit ist.

Topscorer in der Vorbereitung war Scrubb. Hätten Sie ihm die gute Verfassung nach dessen langer Verletzungspause aufgrund eines Knorpelschadens im Knie zugetraut?

Wir waren überrascht. Phil ist in besserer Verfassung als vor seiner Verletzung. Kein Zweifel: Er ist der beste Spieler der Vorbereitung. Phil hat das Potential, in zwei Jahren ein Euroleague-Spieler zu sein. Das wäre keine Überraschung. Sein Basketball-IQ ist herausragend.

Wie sehr ärgert Sie das, Talente zu gestandenen Bundesliga-Spielern zu formen, sie dann aber an finanzkräftigere Klubs zu verlieren?

Das passiert nun mal im Sport. Wir können die Spieler aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr halten. Sie können dann bei anderen Klubs wesentlich mehr Geld verdienen. Die deutschen Nationalspieler Johannes Voigtmann und Danilo Barthel schulden mir noch ein Abendessen mit einer guten Flasche Wein. Im Ernst: Ich freue mich sehr über ihren Karriereweg. Auf der einen Seite ist es sehr enttäuschend, dass sie uns verlassen haben. Aber es zeigt auch, dass wir hier gute Arbeit machen.

Ist für Sie die Play-off-Teilnahme in dieser Saison realistisch?

Ich denke, dass diese Saison ein Entwicklungsjahr sein wird. Unsere jungen deutschen Spieler sollen Erfahrung sammeln. Was die Play-offs angeht, können wir uns im November oder Dezember über das Thema unterhalten. Dann wissen wir, wo wir stehen. Im Moment kann keiner sagen, wie sich unsere jungen deutschen Spieler, der 17 Jahre alte Isaac Bonga oder der 19 Jahre alte Richard Freudenberg, in der Bundesliga behaupten werden. Außerdem haben wir mit Bonga und Webster zwei Rookie-Point-Guards. Es ist sicher ein Risiko. Aber es ist auch eine großartige Gelegenheit für die beiden. Und für mich als Trainer ist es eine große Herausforderung.

In Teilen der Skyliners-Anhängerschaft ist von Aufbruchstimmung nicht viel zu spüren. Können Sie das nachvollziehen?

Ich bin sehr optimistisch. Ich habe bei meiner Mannschaft zuletzt viele gute Sachen gesehen. Als Gruppe sind wir sehr geschlossen. Wenn zehn Spieler sich gegenseitig unterstützen und die ihnen vorgegebene Rolle erfüllen, ist das viel besser als zehn sehr gute Spieler zu haben, von denen jeder sein Ding macht. Ich hoffe, dass wir die Meinung unserer Anhänger ändern können.

Wie hoch ist das Skyliners-Budget in dieser Runde?

Ich kann Ihnen keine Zahl nennen. Wenn es sechs Etatgruppen in der Bundesliga gibt, sind wir vielleicht in der vierten. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren hat sich unser Budget, glaube ich, nicht groß verändert.

Wie gehen Sie damit um, dass die Skyliners in diesem Spieljahr an keinem internationalen Wettbewerb teilnehmen?

Das ist hart für mich, keine Frage. Ich spiele gerne international. Die jungen Spieler können sich in diesen Begegnungen entwickeln, sie haben nicht den Druck wie in der Bundesliga. Und internationale Auftritte mit den Reisen tun dem Zusammenhalt gut. Aber wir haben keinen Startplatz in der Champions League bekommen.

Ihr Ligakonkurrent Bayern München bestritt kürzlich am Münchner Flughafen ein Testspiel gegen Real Madrid. Wäre das nicht auch etwas für die Skyliners, deren Hauptsponsor Fraport ist?

Sicher, das ist eine sehr interessante Idee für die Zukunft. Mit unserem Hauptsponsor würde das viel Sinn machen. Auch in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga gibt es diese Spiele unter freiem Himmel.

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