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Hanauer Karikaturpreis : Erstmals eine Frau

Franziska Becker ist für selbstironische Karikaturen in Zeitschriften bekannt. Bild: Caricatura Museum für Komische Kunst Frankfurt

Franziska Becker erhält den Karikaturpreis der Stadt Hanau. Werke der Kölnerin werden aber wegen Corona erst im nächsten Jahr gezeigt.

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          Zum ersten Mal vergibt die Stadt Hanau ihren Preis für Karikatur an eine Frau. Der vierte Ludwig Emil Grimm-Preis geht an die Kölner Karikaturistin Franziska Becker. Der vom Lions Club Hanau Brüder Grimm gespendete und mit 2500 Euro dotierte Preis wird seit dem Jahr 2012 alle drei Jahre vergeben. Beckers Vorgänger waren Hans Traxler, Greser & Lenz sowie F. W. Bernstein.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Der Preis erinnert an den am 14. März 1790 an der Langen Gasse, der heutigen Langstraße, in Hanau geborenen Maler und Zeichner Ludwig Emil Grimm. Der Bruder von Jacob und Wilhelm Grimm fertigte nicht nur Porträts und Illustrationen zu den Kinder- und Hausmärchen seiner Brüder an, sondern auch Genredarstellungen sowie bissige Karikaturen. Über den jeweiligen Preisträger entscheidet eine mit Fachleuten und Verwaltungsvertretern besetzte Jury unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Die Preisverleihung ist für das nächste Frühjahr im Schloss Philippsruhe geplant. Dann soll auch eine Ausstellung mit Werken von Franziska Becker stattfinden, Kooperationspartner ist abermals das Caricatura Museum Frankfurt.

          Paare, Yuppies, Parteitage

          Franziska Becker zählt zu den bekanntesten freischaffenden Karikaturisten, Cartoonisten und Malern in Deutschland, heißt es aus dem Rathaus. Sie wurde 1949 in Mannheim geboren. Nach dem Abitur und einer Ausbildung als medizinisch-technische Assistentin studierte sie an der Kunstakademie Karlsruhe. 1977 erschien ihr erster Cartoon in der Zeitschrift „Emma“ von Alice Schwarzer, außerdem publizierte sie unter anderem in Magazinen und Zeitungen wie „Titanic“, „Stern“, „Züricher Tagesanzeiger-Magazin“, „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Annabelle“, „Psychologie Heute“ und „Spielen und Lernen“. Seit den achtziger Jahren veröffentlichte sie rund 20 Bücher sowie Buchillustrationen, Kalender und Plakate. Im Jahr 1988 erhielt sie den Max-und-Moritz-Preis als „Bester Deutscher Comic-Künstler“. Das Caricatura Museum Frankfurt zeigte im Jahr 2010 eine Werkschau mit etwa 300 ihrer Arbeiten. Weitere Auszeichnungen sind der Göttinger Elch, der Wilhelm-Busch-Preis und die Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbundes für ihr Lebenswerk.

          Beckers Spektrum reicht von der tagespolitischen Karikatur über satirische Bildgeschichten, den Comic und die pointierte Illustration bis zum malerischen Großbild, so die Stadt Hanau. Beckers Motive seien breit gefächert und höchst unterschiedlich. Die Jury nennt die Themen Diät, Mode, Geld, Männer, Weiber, Paare, Altsein, Jugendwahn, Bundespolitik, Kirche, Krieg, Weltordnung, Reproduktionstechnologie, Kinder, Tiere, Psychologie, Esoterik, Yuppies, Parteitage, Medien, Reisen, historische Neuerfindung, Science-Fiction, tiefer Ernst und höherer Blödsinn. So beschreibe sie den politischen Zeitgeist in all seinen Facetten. Dabei sei Selbstironie eine der deftigsten Farben auf ihrer Palette.

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