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Frankfurts Skyline : Mehr Raum für neue Türme

Im Rohbau fertig: Der neue Henninger-Turm war nicht im Hochhausrahmenplan enthalten. Der Wohnturm entsteht an der Stelle des alten Getreidesilos. Bild: dpa

Noch ist Platz für 13 Hochhäuser. Aber in Frankfurt mehren sich die Stimmen, die eine Fortschreibung des Hochhausrahmenplans fordern.

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          Diese Stadt ist schon wieder im Hochhausfieber: Sechs neue Türme sind derzeit in der Frankfurter Innenstadt, im Europaviertel und in Sachsenhausen im Bau, für weitere sieben gibt es konkrete Pläne (siehe Karte). Vor einer Woche wurden zwei dieser Bauvorhaben präsentiert - gleich vier Türme auf einmal sollen auf dem ehemaligen Deutsche-Bank-Areal in der Innenstadt entstehen, zwei Hochhäuser sind auf dem Campus Bockenheim geplant.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch der Spielraum für Investoren, die neue Projekte anschieben wollen, schrumpft. Für weitere Turmbauten fehlt es in der Innenstadt an Grundstücken. Es mehren sich daher die Stimmen, die eine Revision des Hochhausrahmenplans fordern, um für zusätzliche abgesicherte Hochhausstandorte zu sorgen. Von mehr als dreißig Grundstücken, die die Stadt seit 1998 ausgewiesen hat, gibt es nur für 13 noch keine konkreten Pläne. Elf davon liegen im Banken- und im Messeviertel, also in den stark verdichteten Hochhauspulks.

          Problem der Verschattung

          Mit dem Hochhausrahmenplan steuert die Stadt die Entwicklung ihrer Skyline. Der derzeit gültige Rahmenplan wurde vom Architekturbüro Jourdan & Müller in enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt entwickelt. 1998 wurden in einem ersten Schritt 18 Standorte ausgewiesen, bei der Fortschreibung des Plans im Jahr 2008 kamen noch einmal 14 Standorte hinzu.

          Einige dieser für Hochhäuser ausgewiesenen Grundstücke wie die von Taunusturm, Opernturm und Tower 185 sind inzwischen bebaut. Andere Flächen sind nachträglich wieder aus dem Plan ausgeschieden, weil sich die Rahmenbedingungen geändert haben. Allein auf dem Gleisvorfeld des Hauptbahnhofs waren sechs Türme geplant, bis das Projekt „Frankfurt 21“, das ähnlich wie in Stuttgart einen Umbau des Kopfbahnhofs zu einem Durchgangsbahnhof vorsah, zu den Akten gelegt wurde.

          Andere potentielle Hochhausstandorte haben sich bei näherer Untersuchung als nicht geeignet erwiesen. Ein Grundstück an der Mainzer Landstraße wurde wieder aus dem Plan gestrichen, weil das dahinterliegende Wohnviertel im Westend zu stark verschattet worden wäre. Aus ähnlichen Gründen nicht länger aktuell ist der Bau eines 60 Meter hohen Wohnhochhauses auf dem Allianz-Grundstück am Opernplatz, wie der Leiter des Stadtplanungsamts, Martin Hunscher, sagt. Alle Hochhausvarianten an dieser Stelle führten zu einer Verschattung des Opernplatzes und zu einer Minderung der Aufenthaltsqualität. Die Allianz beabsichtige nun ein niedrige Bebauung.

          Acht konkrete und 13 ungeplante Hochhausgrundstücke

          Auf vielen weiteren Flächen deutet sich an, dass die Bauherren in naher Zukunft mit der Entwicklung der dort möglichen Türme beginnen. Auf sechs Grundstücken rollen schon die Bagger oder drehen sich die Kräne: Der Marienturm, der Tower 2, der Büroturm Winx, das Hochhaus auf dem Grundstück der Metzler-Bank, der Henninger-Turm und das Wohnhochhaus Praedium sind im Bau. Für sieben weitere Projekte verdichten sich die Pläne.

          Zieht man diese konkreten Projekte einmal ab, bleiben noch 13 bisher unbeplante Hochhausgrundstücke. Der Architekt Jochem Jourdan ist der Ansicht, dass diese Reserve wiederaufgefüllt werden sollte. „Das alte Polster wurde verbraucht, wir sollten ein neues schaffen“, sagt er. Die Hochhauspläne seien bisher im Abstand von zehn Jahren weiterentwickelt worden. Es sei sinnvoll, damit fortzufahren und nun die weitere Entwicklung der Skyline zu betrachten.

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