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Eintracht Frankfurt : „Aus fünf Chancen macht er vier Tore“

Spaß und Freude an der Arbeit: Eintracht Trainer Adi Hütter Bild: dpa

Eintracht Frankfurt und ihre Abteilung Attacke: Trainer Hütter ist begeistert von seinem jungen „Knipser“ Luka Jovic und dem Rest seines Offensiv-Quartetts.

          Am Ende einer perfekten Arbeitswoche bemühte Adi Hütter die Mathematik. „Sobald wir zehn Prozent nachlassen, wird es schwieriger“, rechnete der Trainer der Frankfurter Eintracht vor. Anders formuliert: Nur wenn seine Mannschaft wie zuletzt gegen Hannover, Rom und Hoffenheim konsequent ans Limit geht, sind Überraschungen wie das furiose 4:1 in der Europa League gegen Lazio sowie der glückliche 2:1-Auswärtssieg beim Bundesligarivalen TSG möglich. Gegen Hoffenheim stand der effektiven Eintracht auch das Glück zur Seite. Zweimal trafen die Kraichgauer die Latte, einmal klärte der abermals überragende Makoto Hasebe auf der Linie – und viele Male hielt Torhüter Kevin Trapp prächtig. „Mir macht es gerade wenig Spaß“, ließ der Hoffenheimer Trainer Julian Nagelsmann seinem Unmut nach einem aus seiner Sicht Spiel der verpassten Gelegenheiten freien Lauf.

          Spaß und Freude, das haben derzeit die Frankfurter. Die Mannschaft setzt mehr und mehr von dem um, was ihr Trainer von ihr verlangt. Das große Pfund der bis auf Tabellenplatz sieben vorgerückten Eintracht: ihre geballte Offensive. Selbst wenn Hütter, wie er sagte, es schon seit dem Sommer gewusst haben wollte: Erst im Wettkampf auf nationaler und internationaler Bühne kristallisierte sich die wahre Qualität seiner stürmischen Abteilung Attacke heraus. Ante Rebic, Luka Jovic, Sébastien Haller und Filip Kostic – dieses Quartett hebt die Eintracht aus dem Mittelmaß der Liga heraus. Dieses Vierergespann gehört zum Besseren, was die Bundesliga zu bieten hat und sollte Garant dafür sein, dass die Mannschaft so schnell nicht in Abstiegsgefahr gerät – wie einige nach vier Spieltagen schon befürchtet hatten. Hütter freute sich denn auch über „ein Torverhältnis von 10:3 innerhalb einer Woche. Mit dem Sahnehäubchen in Sinsheim.“

          „Ante tut alles für seine Mannschaft“

          Mit Spielern, die den Unterschied ausmachen und die mit kühler Berechnung ihrer Arbeit nachgehen. Der abermalige Heber von Rebic zum 1:0, vorbereitet durch den schnell mitdenkenden Jovic – eine Augenweide. Der kompromisslose Abschluss von Jovic zum 2:0, in die Wege geleitet vom seit Wochen starken Kostic – ein Beleg der ungebrochenen Frankfurter Torgefährlichkeit. Der Serbe Jovic, zuletzt nicht immer erste Wahl, hat jetzt schon vier Pflichtspieltore erzielt. „Aus fünf Chancen macht er vier Tore“, sagte sein Trainer voller Respekt. „Luka ist unser Knipser.“

          Das sind Rebic und Haller aber auch. Beide haben im Kerngeschäft Bundesliga bislang jeweils drei Tore zum aktuell guten Wohlbefinden der Eintracht beigetragen. Was Hütter am Sonntag in Sinsheim über Rebic sagte, gilt für Haller auch: „Ante tut alles für seine Mannschaft.“ Der kroatische Weltmeisterschaftszweite reibt sich auf, scheut keinen Zweikampf und setzt durch frühes Stören seine Gegner unter Druck. Und Haller? Der hat sich in den vergangenen Wochen nochmals gesteigert. Neben seiner Torgefährlichkeit ist auch seine Fähigkeit, Bälle zu sichern, zu verteilen und Nebenleute geschickt einzusetzen, von großem Nutzen für die Eintracht. Im Verbund hat die geballte Frankfurter Offensive neun der insgesamt zwölf Bundesligatore erzielt. Und als Jonathan de Guzman und Gelson Fernandes über ihre Treffer jubelten, durften sie sich bei den Vorbereitern Rebic und Haller bedanken.

          Sturmquartett harmoniert trefflich

          Dass das Sturmquartett so trefflich harmoniert, ist der Hauptgrund für den Herbstaufschwung der Eintracht. Aber nicht der einzige. Hütter ist sehr zufrieden damit, „dass wir eine tolle, geschlossene Gemeinschaft sind“, wie er nach dem 2:1 in Sinsheim sagte. „Wir präsentieren uns jetzt anders als noch beim Start im Sommer. Das ist wichtig für mich“, fügte der Frankfurter Fußballlehrer an.

          Spannung hochhalten, am Limit bleiben – in den kommenden zwei Wochen wird dies nicht so einfach sein. Denn während der vielen Länderspiele, die in den kommenden Tagen stattfinden, ruht der Bundesligabetrieb. Die wichtigsten von Hütters Spielern sind mit ihren Nationalteams auf Reisen. Auch Kostic. Von dessen Entwicklung zeigt sich Hütter besonders angetan. Dem Eintracht-Trainer ist zuzuschreiben, dass er der Offensivkraft beigebracht hat, dass deren Aufgaben schon bei der Verteidigungsarbeit links hinten beginnen. Hütter lobt den Serben für dessen unverhoffte Defensivstärke: „Filip ist eine tolle Verpflichtung, ein guter Junge. Der fühlt sich in Frankfurt pudelwohl.“ An erfolgreichen Tagen wie diesen ganz besonders.

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