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Frankfurts Mainufer : Versuch, Irrtum, neuer Versuch

Die Sperrung des Mainufers hat bisher nicht zur gewünschten Nutzung durch Touristen und Bewohner geführt. Bild: Marina Pepaj

Aus der Sperrung des nördlichen Mainufers in Frankfurt kann man lernen, wie kompliziert Verkehrsprojekte sind. Grüne sehen den Versuch als gescheitert und plädieren für den Ausbau von Radwegen in der Innenstadt.

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          Eine Lektion kann man ganz wunderbar aus der zunächst auf ein Jahr befristeten Sperrung des nördlichen Mainufers in Frankfurt lernen: Stadtplanung und Stadtgestaltung sind offenbar doch etwas komplizierter, als man es sich gemeinhin denkt. Die Tatsache, dass auf dem knapp einen Kilometer langen Straßenabschnitt in zentraler Lage keine Autos und Lastwagen mehr fahren, hat nicht zur Ausbildung eines urbanen Hotspots geführt. Nicht einmal die Belebungsversuche durch eine Eisbahn um Weihnachten herum und die seit kurzem praktizierte Verlegung des Flohmarkts vom südlichen Schaumainkai auf die nördliche Mainseite scheinen zu helfen: Der Mainkai wirkt, wenn nicht gerade ein Radfahrer oder E-Scooter-Fahrer vorbeisausen, langweilig und leblos.

          Da ist es nur folgerichtig, dass nun nach der CDU auch die Grünen vorpreschen und schon sechs Monate vor der endgültigen Entscheidung über die Wirksamkeit der Sperrung auf Probe die Schlussfolgerung ziehen, dass das Projekt gescheitert ist. Auch wenn die Grünen zugestehen müssen, dass sie ihre Einschätzung derzeit nur mit subjektiven Eindrücken begründen können, wo der Verkehr geblieben ist, der bis zum vergangenen Sommer über die Straße am Main gerollt ist – noch hat SPD-Verkehrsdezernent Klaus Oesterling schließlich keine Zahlen vorgelegt.

          Die Grünen wollen mehr

          Nun plädieren die Grünen dafür, die Straße, wenn auch verringert um eine Fahrspur, wieder für den Verkehr freizugeben, Tempo 30 festzulegen und den Radfahrern ausreichend Platz zu geben. Das klingt verkehrspolitisch abgewogen und bietet auch den Anwohnern einen gewissen Gewinn an Lebensqualität gegenüber der ursprünglichen Situation.

          Doch die Grünen wollen mehr: Gleichzeitig soll auf der parallel verlaufenden Berliner Straße der Verkehr durch die Wegnahme von Fahrspuren gedrosselt werden. Das hatten sie schon in der schwarz-grünen Ära versucht durchzusetzen, ohne Erfolg. Ob diese Fahrbahnreduzierung in der Innenstadt die Stadt attraktiver macht? Wichtig wären eher Radspuren und die Drosselung des Verkehrs dort, wo die Menschen wohnen, wo ihr Nachwuchs versucht, eigenständig auf Fahrrädern zur Schule zu gelangen. Das sollte Priorität haben.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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