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Kommentar : Späte und zu späte Korrektur

Frankfurt kann mit seinen Fußball-Mannschaften nicht gerade glänzen. Der FSV Frankfurt steigt ab. Bleibt zu hoffen, dass die Eintracht es besser macht.

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          Sportstadt Frankfurt? Ein derartiges Label bemisst sich nicht nur an der Vielfalt herausragender Sportangebote und Sportvereine, sondern auch und vor allem an seinen Fußballklubs. Die Eintracht erstklassig, der FSV zweitklassig - das war viele Jahre so und gehörte fast zu den Gesetzmäßigkeiten in Frankfurt. Doch damit ist es jetzt vorbei. Nach acht Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit müssen die Bornheimer die zweite Liga verlassen. Ein bitterer Moment, der lange schmerzen wird, denn die Aussicht, sofort wieder aufzusteigen, ist äußerst gering. Dem wirtschaftlich mit begrenzten Mitteln operierenden FSV brechen die benötigten Millionenzuwendungen aus dem Topf der TV-Gelder weg.

          Der Abstieg hatte sich angedeutet. Sportlich lief es bei der schlechtesten Rückrundenmannschaft seit Monaten auch deshalb nicht rund, weil zuvor vermeidbare Fehler gemacht wurden. Dass sich die Wege des zuvor erfolgreich arbeitenden Sport-Geschäftsführers Uwe Stöver und dem FSV trennten, war dabei die wohl größte Fehlentscheidung. Der alleine übriggebliebene Geschäftsführer Clemens Krüger versuchte es am Ende mit einem Vertrauten aus alten Berliner Zeiten. Doch auch Trainer Falko Götz schaffte es nicht, die bunt zusammengestellte Mannschaft rechtzeitig auf Kurs zu bringen.

          Vorbild Alexander Meier

          Beim großen Nachbarn Eintracht wurde die dringend notwendige Kurskorrektur auf dem Trainerposten früher als beim FSV vorgenommen. Wenn die Mannschaft in den beiden Relegationsspielen gegen Nürnberg genügend Klasse zeigt, könnte die Mission Klassenverbleib doch noch zu einem guten Ende geführt werden. Der neue Trainer Niko Kovac - spät, aber womöglich nicht zu spät für Armin Veh nach Frankfurt gekommen - hat die Eintracht wieder auf Kurs gebracht. So schmerzlich die 0:1-Niederlage in Bremen auch sein mag: Die vor einigen Wochen noch scheinbar hoffnungslose Mannschaft hat es immer noch auf Kopf und Fuß, den Klassenverbleib aus eigener Kraft zu schaffen. Dass dabei Alexander Meier für die beiden Relegationsspiele zur Verfügung steht, sollte als Mutmacher für die in Bremen niedergeschlagenen Mitspieler wirken.

          Meier hat sich zeit seines Wirkens in Frankfurt stets mit ganzer Kraft und großer Leidenschaft für die Eintracht reingehängt. Wenn ihm alle folgen, könnte die um eine Woche verlängerte Saison das gewünschte Happy End bieten. Dass es aber überhaupt so weit gekommen ist, hängt auch mit Versäumnissen der Eintracht bei der Personalpolitik zusammen. Gegen das Schnelligkeitsdefizit im Mittelfeld wurde in der Transferperiode während des Winters nichts getan. Und auch die Leerstellen im Sturm sind nicht erst seit gestern bekannt. Mit Meier und etwas Fortune lässt sich dieses Defizit vielleicht noch einmal überspielen. Ein zweites Mal sollte die Eintracht das Glück nicht herausfordern.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

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