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Frankfurter Zoo : Mutterglück für Tüte und Vanessa

Kuschelweich: Die jungen Gundis schmiegen sich an ein älteres Tier. Bild: Marcus Kaufhold

Im Zoo gibt es Nachwuchs: Gundis, Erdmännchen und Weißkopfsakis haben Junge bekommen. Wer sie sehen will, muss Geduld mitbringen.

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          Wie ein dicker, apricotfarbener Wattebausch sitzt ein Gundi im Sand seines Geheges im Grzimekhaus. Um ihn herum wuseln fünf kleine Jungtiere, die ihre Kräfte erproben, sich ins flauschige Fell der älteren Tiere kuscheln und in Felsspalten klettern. Als der Pfleger einen Obstteller hineinstellt, stürzen sich die agilen Nagetiere sofort darauf.

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nebenan geht es etwas ruhiger zu - das Weißkopfsaki-Weibchen Vanessa hängt gelassen an einem Ast. An ihrem Bauch ist eine kleine rosa Hand zu sehen. Zwei dunkle Augen schauen scheu aus dem dichten Fell der Mutter. Ihr Baby hat sich um ihre Hüfte geschlungen und schmiegt sich eng an sie. Für Vanessa ist es schon das sechste Kind. Noch ist das Jungtier ziemlich nackt, aber ihm werden ebenso lange Haare wachsen wie den anderen Sakis. Das Fell lässt die kleinen Affen größer erscheinen, als sie sind. So verschrecken sie Feinde.

          Putzen, verstecken, putzen

          Ob der kleine Weißkopfsaki überlebt, hängt laut Zoosprecherin Christine Kurrle von vielen Faktoren ab. Da Vanessa aber eine erfahrene Mutter ist, stehen die Chancen gut, dass das Kleine nicht vernachlässigt oder unterernährt wird. Nach der Geburt werden die Babys nicht untersucht, weil die Trennung von der Mutter zu viel Stress bedeuten würde. Daher kann es vorkommen, dass ein Jungtier nach wenigen Wochen stirbt, weil es von Anfang an krank war. Der bisher letzte Verlust für den Zoo seien die Gorilla-Zwillinge gewesen, sagt die Sprecherin.

          Bei den Erdmännchen ist es zunächst ruhig. In der Außenanlage halten ein paar Tiere Wache, sonst tut sich nichts. Doch dann kommt Tüte, gerade Mutter geworden, in die Innenanlage und verschwindet in einem Erdloch. Kurz darauf tippelt sie wieder ans Tageslicht, hinter ihr der Nachwuchs. Dann folgt ausgiebiges Putzen: Die drei Kleinen nagen an den Füßen ihrer Mutter, sie streicht ihnen durchs Fell. Ein paar andere Erdmännchen kommen dazu und putzen mit.

          Noch mehr Jungtiere erwartet

          Wer die ersten Jungtiere dieses Frühlings im Zoo beobachten möchte, muss etwas Geduld mitbringen. Gerade der junge Weißkopfsaki ist auf den ersten Blick nicht leicht zu sehen, und auch bei den Erdmännchen muss man manchmal ein paar Minuten auf die Erdlöcher starren, bis ein Jungtier herausschlüpft. Trotzdem seien die Neugeborenen ein Publikumsmagnet, sagt Kurrle - auch wenn sie nicht so viele Besucher anzögen wie Tiger- oder Brillenbärbabys. Spezielle Führungen zum Kleintier-Nachwuchs gebe es nicht, dazu sei er zu „unkalkulierbar“. Die meisten Tiere sind Exoten. Sie leben in stets gleich warmen Gehegen ohne mitteleuropäische Jahreszeiten, daher bekommen die Tiere auch unabhängig vom Frühling ihren Nachwuchs. Dass es jetzt gleich bei drei Arten geklappt hat, ist ein Zufall, wie Kurrle sagt.

          Über das Jahr werden noch mehr Jungtiere im Zoo erwartet. Bei den Erdmännchen kann es schon im April und August zu den nächsten Würfen kommen. Die Weißkopfsakis, die ihre Jungen intensiv aufziehen, lassen sich mehr Zeit. Dass Vanessa keinen Erziehungsstress hat, sieht jeder. Entspannt schaukelt die Affenmutter noch ein bisschen in ihrem Gehege. Der kleine Saki hält sich gut an ihrer Hüfte fest und schaukelt mit.

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