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Frankfurter Zoo : Die schlaue Sirih wandert aus

  • -Aktualisiert am

Fingerfertig: Sirih kann sogar Knoten von Stahlnetzen lösen. Bild: dpa

In einer zwei mal zwei Meter großen Box reist Orang-Utan-Dame Sirih von Frankfurt nach Indianapolis. In Amerika sind Sirihs Gene gefragt, aber vielleicht nicht nur die.

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          Bananen, Birnen und ein paar Flaschen Apfelsaft: Viel mehr nimmt Orang-Utan-Dame Sirih nicht mit auf ihre Reise nach Amerika. Nur ihr langjähriger Pfleger Carsten Knott darf noch mit in das Frachtflugzeug steigen, das die 21 Jahre alte Äffin am 5. August in ihr neues Zuhause in den Vereinigten Staaten bringen wird. Nach 19 Jahren in Frankfurt muss Sirih den Zoo verlassen, weil sie sich hier nicht fortpflanzen soll. Ihr Genpool sei in Europa schon zu weit verbreitet, sagt Zoodirektor Manfred Niekisch. Deshalb habe man sich entschieden, sie in den Zoo in Indianapolis zu geben, wo erst im Frühjahr eine neue Menschenaffenanlage mit großem Außengehege gebaut worden sei.

          In Amerika sind Sirihs Gene gefragt - und vielleicht auch ihre Cleverness. Denn am Orang-Utan-Zentrum in Indianapolis wird Intelligenz- und Verhaltensforschung betrieben, und Sirih gilt als besonders schlau. Sie lockerte zum Beispiel Schrauben und löste Knoten des Stahlseilnetzes, das ihr Gehege umgab. „Sirih ist auch für einen Menschenaffen außergewöhnlich neugierig und hartnäckig“, sagt Knott. Das könnte mit ihrer Kindheit zusammenhängen: Die Äffin wurde von ihrer Mutter verstoßen und von der Familie des ehemaligen Frankfurter Zoodirektors Christian Schmidt von Hand aufgezogen. Manche Forscher glauben, dass von Menschen großgezogene Affen besonders kreativ sind, weil sie als Jungtiere mehr Reizen ausgesetzt waren.

          Offiziell hat Sirihs Intelligenz nichts mit ihrer Auswanderung zu tun. Mehrere Zoos hätten aus Zuchtgründen Interesse gehabt, man habe sich aber auch deshalb für Indianapolis entschieden, weil es dort das Forschungszentrum gebe, hieß es. Nach monatelangen ärztlichen Untersuchungen wird Sirih am Dienstag in einer zwei mal zwei Meter großen Box ihre Reise über den Atlantik antreten.

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