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Frankfurter Zoo : Babyboom

Von allen Bewohnern im Borgoriwald sind die Bonobos die unterhaltsamsten Affen. Keine Minute vergeht, in der die Mitglieder der Großfamilie nicht herumtoben oder sich gegenseitig necken. Das bekommen auch schon die Kleinsten in die Wiege gelegt, wie Bonobo-Baby Sambo, der am 8. Januar zur Welt kam. Dabei hatte es der kleine Kerl anfangs schwer. Seine Mutter Zomi konnte ihn nicht säugen, und so musste Sambo mit der Flasche großgezogen werden. Inzwischen ist er aber wieder bei seiner Familie im Gehege und treibt dort gemeinsam mit seinen Geschwistern allerlei Schabernack. Bild: Hoang Le, Kien

Wer in diesen Tagen den Frankfurter Zoo besucht, kann sie nicht übersehen, obwohl sie noch so klein sind: die vielen Tierbabys. Der Zoo und seine Erfolge in der Erhaltungszucht.

          Wer in diesen Tagen den Zoo besucht, kann sie nicht übersehen, obwohl sie noch so klein sind: die vielen Jungtiere, die in den vergangenen Wochen und Monaten geboren wurden. Ob Giraffen, Gorillas, Bonobos, Erdferkel oder Mhorrgazellen - der Tierpark erlebt derzeit einen echten Babyboom. Zur Freude von Direktor Manfred Niekisch, denn der Zoo ist nicht nur dazu da, seine Bewohner zu präsentieren, er hat sich auch der Zucht verschrieben, damit gefährdete Arten nicht aussterben. Ausschlaggebend dafür sind das europäische und das internationale Erhaltungszuchtprogramm, jeder wissenschaftlich geführte Zoo beteiligt sich an diesen Initiativen. In Deutschland sind das allein rund 60 Einrichtungen, weltweit mehrere hundert. Ziel der Anstrengungen ist es, Tierarten als reine Zoo-Populationen zu züchten, damit die Arten nicht vollkommen aussterben.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch die Zucht ist ein schwieriges Geschäft, denn die beteiligten Tiere müssen nicht nur gesund und gebährfähig sein, sondern auch miteinander harmonieren. Bei den Sumatra-Tigern im Frankfurter Zoo hatte es beispielsweise lange Zeit schlecht ausgesehen, und die Pfleger hatten schon angenommen, Tigerin Malea könne gar keinen Nachwuchs bekommen - bis sie vor zwei Jahren die kleine Daseep gebar und im Jahr darauf zwei weitere Jungtiere, Asim und Taru. „Das war natürlich ein unheimlicher Erfolg“, sagt Zoodirektor Niekisch. Denn die Sumatra-Tiger sind in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht, die Population umfasst nur noch wenige hundert Tiere.

          Nur noch wenige westliche Flachlandgorillas

          In der Regel bleiben die Jungtiere nicht in ihrem Heimatzoo, sondern werden, sobald sie ausgewachsen sind, an andere Einrichtungen weitergegeben. So kam auch Gorilla-Mann Viatu nach Frankfurt. Nachdem der alte Silberrücken Matze gestorben war, hatte sich der Tierpark auf die Suche nach einem neuen Gorilla gemacht. Laut Zuchtbuch kamen drei Tiere in Frage, und der Zoo entschied sich für den neun Jahre alten Viatu, der im Zoo Basel aufgewachsen war. In freier Wildbahn gibt es nur noch wenige westliche Flachlandgorillas, in Zoos leben weltweit etwa 860 Tiere. Frankfurt ist eines der europäischen Zentren, was das Führen der sogenannten Zuchtbücher angeht. Jedes Jungtier und jeder Todesfall werden registriert. Und es wird eingehend geprüft, welche Tiere aus welchem Tierpark sich für einen Wechsel eignen. „Die Zoos sind für die Arterhaltung mittlerweile sehr wichtig“, sagt Niekisch. Sonst wären einige Arten wie beispielsweise die Mhorrgazelle schon längst ausgestorben.

          Niekisch hofft nun auf weiteren Nachwuchs. Demnächst vielleicht wieder bei den Tigern. Denn Tiger-Mann Iban, der während der Aufzucht von Asim und Taru vorübergehend an den Zoo Warschau ausgeliehen worden war, kommt demnächst zurück. Und auch bei den Gorillas ist die Familienplanung noch nicht abgeschlossen. Zunächst hatte sich Viatu in Frankfurt schwergetan, sich gegen die dominanten Weibchen zu behaupten. Doch inzwischen steht er seinen Mann.

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