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Frankfurter Wohnungsmarkt : Großunterkunft für Flüchtlinge auf Rebstockgelände

Holzbauten als Unterkunft: Flüchtlingsheim am Alten Flugplatz in Bonames Bild: Frank Röth

Weil Geflüchtete in Frankfurt keine Wohnungen finden, werden neue Anlagen benötigt. Auf dem Rebstockgelände entstehen deshalb sieben Gebäude für 200 Menschen.

          Auf dem Rebstockgelände soll eine Unterkunft für 200 Flüchtlinge entstehen. Sieben Gebäude sollen in den kommenden Monaten aus vorgefertigten Holzmodulen errichtet werden. Das Vorhaben wurde am Dienstagabend im Stadtteil Kuhwald vorgestellt. Das vom Sozialdezernat dafür vorgesehene Gelände liegt an der Straße Zum Rebstockbad, ist in städtischer Hand und wurde zuletzt als Parkplatz für Messe-Aussteller genutzt, die mit dem Wohnmobil angereist kamen. Das Areal diente bereits von 2016 an für zwei Jahre als Unterkunft für rund 100 Flüchtlinge, die damals in Wohnwagen lebten. In unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Gelände liegen eine Kleingartenanlage und das Feldbahnmuseum.

          Bernd Günther

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Ende 2017 geräumte Standort müsse reaktiviert werden, sagte Manuela Skotnik, Referentin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU). Der Schritt sei wegen der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt notwendig. Viele bereits anerkannte Flüchtlinge lebten noch in Notunterkünften, weil sie große Schwierigkeiten hätten, eine Wohnung zu finden. Die Stadt bekäme vom Land wöchentlich mehr Flüchtlinge zugewiesen, als Plätze in den bestehenden Unterkünften frei würden. Darum würden auch in Harheim, Berkersheim, Oberrad, Schwanheim und Rödelheim neue Wohnplätze geschaffen. Nur so könnte verhindert werden, dass wieder Turnhallen umgenutzt werden müssten, sagte Skotnik. Aktuell seien stadtweit 4.900 Flüchtlinge an 100 Standorten untergebracht.

          Gleichzeitig mit Bauarbeiten beginnen

          Skotnik wies darauf hin, dass der Standort maximal fünf Jahre genutzt werde. Weil das Areal im Landschaftsschutzgebiet liege, müssten die Modulbauten später wieder entfernt werden. Am Rebstock sollen schon von Februar an Flüchtlinge zunächst übergangsweise wieder in Wohnwagen Platz finden. Die stadtnahe Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft will nach Angaben ihres Geschäftsführers Rainer Wrenger gleichzeitig mit den Bauarbeiten für die Unterkunft beginnen.

          Bis September sollen die zweigeschossigen Gebäude in Modulbauweise errichtet werden. Vergleichbare Bauten seien auf dem Sportcampus der Universität in Ginnheim als Unterkunft genutzt worden. Die durchschnittliche Wohnfläche je Person betrage knapp zehn Quadratmeter, jede Wohnung soll mit einem Bad und einer Küche ausgestattet werden.

          Es sei eine „gemischte Belegung“ mit Familien mit Kindern, Paaren sowie alleinstehenden Frauen und Männern vorgesehen. Viele von ihnen würden bisher noch in Notunterkünften leben; einige hätten schon Arbeits- oder Ausbildungsstellen, sagte Katrin Wenzel von der städtischen Stabsstelle Flüchtlingsmanagement. Die Menschen kämen aus Afghanistan, Syrien, Iran, Irak und Eritrea. Betreiber der Wohnanlage wird der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Das Areal werde von einem Sicherheitsdienst überwacht, sagte ASB-Geschäftsführer Thomas Müller-Witte, außerdem sei eine Zugangskontrolle geplant Die Unterkunft sei mit 200 Wohnplätzen vergleichsweise groß, räumte Skotnik ein. Doch der ASB, der 2015 das Erstaufnahmelager auf dem Neckermann-Areal im Ostend betrieb, bringe ausreichend Erfahrung mit.

          Anwohner der benachbarten Wohnviertel Rebstockpark und Kuhwaldsiedlung reagierten auf die Planung überwiegend mit Verständnis. Ortsvorsteher Axel Kaufmann (CDU) warb bei den Bürgern um Mithilfe bei der Integration der Flüchtlinge.

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