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Frankfurter Nahverkehrsplan : Straßenbahn im Zehn-Minuten-Takt

  • -Aktualisiert am

Umleitung: Statt, wie hier auf der Untermainbrücke, im Stau zu stehen, sollen künftig noch mehr Menschen in Frankfurt Busse und Bahnen nutzen. Bild: Wonge Bergmann

Wie viele, wohin und wie schnell? Ein neuer Nahverkehrsplan soll in Frankfurt dazu beitragen, dass das Angebot öffentlicher Verkehrsmittel mit der steigenden Nutzerzahl Schritt hält.

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          Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) macht Druck. Wenn es nach ihm geht, wird der neue Nahverkehrsplan noch in diesem Jahr von den Stadtverordneten im Römer beschlossen. Der von der städtischen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq vorgelegte Entwurf definiere, wie sich der Bus- und Bahnverkehr bis zum Jahr 2025 entwickeln solle, und zeige Perspektiven bis weit in das nächste Jahrzehnt auf, sagte Oesterling am Dienstag. Angesichts der weiter wachsenden Einwohnerzahl müssten in den nächsten Jahren grundsätzlich längere U-Bahn-Züge und Gelenkbusse mit mehr Platz eingesetzt werden und in kürzeren Abständen fahren. Anzustreben seien möglichst kurze Aufenthalte an den Haltestellen, geringerer Zeitverlust beim Passieren von Verkehrsknotenpunkten und störungsfreie Fahrten.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Der Nahverkehr soll attraktiv, schnell und zuverlässig sein“, sagte Traffiq-Geschäftsführer Tom Reinhold. Ziel müsse es sein, den Anteil öffentlicher Verkehrsmittel am Gesamtverkehr weiter zu steigern. Sechs konkrete Maßnahmen, wie das zu erreichen ist, werden im Entwurf für den Nahverkehrsplan aufgeführt. Dazu gehört die Beschleunigung von drei Straßenbahnlinien und 13 Buslinien. Erste Tests seien vielversprechend verlaufen, heißt es bei Traffiq; die Fahrtzeiten hätten sich um bis zu elf Minuten verkürzt.

          Die U-Bahn-Linie 5, die derzeit gebaut wird, soll, wie bereits angekündigt, mit zwei oberirdischen Stationen bis zum Römerhof verlängert werden. Am anderen Ende steht die Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 bis zum Frankfurter Berg auf dem Programm. Im Plan wird zudem die Verlängerung der U2 nach Bad Homburg genannt. Die Linie 7 soll irgendwann bis zum Gewerbegebiet Heerstraße weiterführen.

          Zehn-Minuten-Takt und Rund-um-die-Uhr-Betrieb

          Mit dem geplanten Metrobus-Netz werde auf den Bus-Hauptachsen ein neues Angebot gemacht, das sich durch einen Zehn-Minuten-Takt und einen Rund-um-die-Uhr-Betrieb auszeichne. Die ersten sieben Metrobus-Linien sollen nach Angaben von Traffiq im Dezember dieses Jahres verkehren. Darüber hinaus würden weitere Expressbusse eingesetzt, mehrere existierende Buslinien verlängert und zusätzliche Verbindungen geschaffen. Der Fahrplan der Straßenbahnen wird Oesterling zufolge im Kernangebot konsequent auf einen Zehn-Minuten-Takt umgestellt. Für die Straßenbahnlinien 11, 12 und 16 sei ein Beschleunigungsprogramm vorgesehen. Durch den Einsatz von Langzügen auf besonders nachgefragten Strecken könne das Platzangebot erhöht werden. Mit Blick auf das nächste Jahrzehnt nennt der Nahverkehrsplan als Perspektive die Schaffung eines Straßenbahnringes in Frankfurt sowie die Verlängerung des Netzes nach Bad Vilbel und Dreieich.

          Der Nahverkehrsplan ist Rahmenplan und Leitfaden für die Entwicklung des Bus- und Bahnnetzes in Frankfurt. In ihm sind die Kriterien festgelegt, die der öffentliche Personennahverkehr mindestens zu erfüllen hat. Die Stadtverordneten hatten erstmals im Jahr 1997 einen Nahverkehrsplan beschlossen, der in den Jahren 2005 und 2006 fortgeschrieben wurde. Die damals festgestellten Mängel, bei denen es sich vor allem um Angebotslücken und zu lange Abstände zwischen den Fahrten gehandelt habe, seien inzwischen längst beseitigt, meinten Oesterling und Reinhold.

          Die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer hatten erst jüngst wieder einen „Generalverkehrsplan“, also einen strategischen Masterplan für Verkehrsinfrastruktur und Mobilität, gefordert. Ein solches, weit über einen Nahverkehrsplan hinausgehendes Konzept sei unabdingbar, weil Frankfurt weiter wachse. Heute habe die Stadt rund 100.000 Einwohner, 100.000 Arbeitsplätze und gut 60.000 Pendler mehr als noch vor zehn Jahren. Der knappe Platz für alle Verkehrsmittel müsse daher optimal genutzt werden.

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