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„Material für Alle“ : Der etwas andere Entsorgungspartner

Dienstleister für nachhaltiges Materialmanagement: Felix Große-Lohmann hält für Künstler Materialien zu günstigen Preisen bereit. Bild: Francois Klein

Felix Große-Lohmann will mit seinem Start-up „Material für Alle“ zu mehr Nachhaltigkeit im Kulturbetrieb beitragen.

          3 Min.

          Natürlich ist das nicht New York. Das Niemandsland zwischen Riederwald und Seckbach ist auch nicht Frankfurts pulsierendes Long Island City mit seinen Bars, Clubs und Galerien, und überhaupt hat Felix Große-Lohmanns Start-up „Material für Alle“ (MFA), das sich auf dem ehemaligen Lurgi-Areal eingerichtet hat, mit seinem amerikanischen Vorbild auf den ersten Blick nicht viel gemein. Cool aber ist die Idee allemal. Und einen Markt gibt es vermutlich auch. Immerhin gibt es „Material for the Arts“, das von der Künstlerin Angela Freemont gegründete Vorbild in New York, seit gut und gerne vierzig Jahren, und gibt die Einrichtung, die mittlerweile auch in Berlin, in Hamburg oder München in verschiedenen Varianten Nachahmer gefunden hat, jährlich Material an Hunderte, womöglich Tausende von Künstlern, Kreative und öffentliche Schulen weiter. Kostenlos.

          Christoph Schütte

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Von alldem findet sich auf den gerade einmal 90 Quadratmetern, die MFA-Gründer Große-Lohmann mit seinem Materiallager seit November vergangenen Jahres bespielt, bislang nicht sehr viel mehr als eine zarte und zugleich durchaus markante Spur. Hier stapeln sich Kanthölzer, dort stehen Rigipswände und der eine oder andere Sockel, finden sich diverse Rollen Teppichboden aus einer Schau im Frankfurter Museum für Moderne Kunst; und von der Schirn Kunsthalle hat der 35 Jahre alte Kreativunternehmer unlängst erst 350 Liter Vaseline akquiriert, die von Karla Blacks Ausstellung in der Rotunde übrig waren. Was man damit anfängt? Nun, das weiß Große-Lohmann bislang auch noch nicht genau. Doch darauf kommt es im Moment auch gar nicht an. Nach dem monatelangen Umbau der gewaltigen Halle, die er sich mit zwei Bildhauern und einem Fotografen teilt, gilt es erst einmal, die Idee bekannt zu machen. Und das Lager Hochregal für Hochregal zu füllen. „Im Moment geht es darum, alles anzunehmen. Und zu gucken, was geht.“

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