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Neuer Frankfurter Stadtteil : Ein zweites Nordend am Römerhof

Wohnraum im Frankfurter Nordend ist begehrt. Bild: dpa

Zwischen Rebstock und Europaviertel soll in Frankfurt ein dichtes, gemischt genutztes Wohnviertel mit Blockrandbebauung entstehen – in etwa wie vor 150 Jahren.

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          Für den geplanten neuen Stadtteil am Römerhof ist das Nordend das Maß aller Dinge: Der Architekt Christoph Mäckler, der vor zwölf Jahren das Institut für Stadtbaukunst gegründet hat, will die städtebaulichen Strukturen des beliebten Gründerzeitviertels auch bei der Gestaltung des neuen Viertels aufgreifen und an die heutigen gesellschaftlichen Bedürfnisse anpassen. Wie im Nordend soll es auch am Römerhof geschützte Wohnhöfe geben, schöne, städtische Straßenräume, eine hohe Dichte, kurze Wege und eine funktionale und soziale Vielfalt.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der städtebauliche Entwurf für das Neubaugebiet am Römerhof stammt nicht von Mäcklers Büros, sondern wurde in einem Workshop-Verfahren zwischen dem Stadtplanungsamt, der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG und dem Institut für Stadtbaukunst entwickelt, das sich im Rahmen eines Forschungsprojekts mit der Gestaltung neuer Stadtteile beschäftigt. Auf der Grundlage des städtebaulichen Entwurfs sollen dann Architekturwettbewerbe für die einzelnen Parzellen ausgelobt werden. „Das werden mehr als Fassadenwettbewerbe“, kündigt Mäckler an. Der Architekt spricht von einem „Pilotprojekt“, das deutschlandweit einzigartig sei und einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung des Wohnungsmangels leisten werde. „Nach hundert Jahren Römerstadt haben wir mit Mike Josef einen Planungsdezernenten, der es wagt, ähnlich wie seinerzeit Ernst May neue Wege im Städtebau zu gehen. Das kann man nicht stark genug würdigen.“

          Keine „ganze Straßenzüge mit der gleichen Fassade“ mehr

          Der SPD-Politiker Josef bekräftigte am Donnerstag bei der Präsentation des Entwurfs, dass mit der vorgesehenen Nutzungsmischung aus Wohnen, Einzelhandel und Betrieben ein Quartier mit Pilotcharakter entstehen werde. „Wir wollen nicht die Gründerzeit nachbauen“, sagte er, „aber wir wollen die Qualitäten, die es in diesen alten Stadtteilen gibt, wieder schaffen und sie in den Neubau übertragen.“ Erstmals werde mit dem Wohnviertel am Römerhof wieder vom öffentlichen Raum her, von den Straßen, Plätzen, Vorgärten und Innenhöfen, das Viertel gedacht und „nicht wie sonst vom Siedlungsbau her“. Zwei Dinge liegen Josef dabei besonders am Herzen: Am Römerhof werde es nicht mehr ganze Straßenzüge mit der gleichen Fassade geben. „Wir haben aus gewissen Entwicklungen gelernt“, sagte Josef, ohne dabei ausdrücklich auf das benachbarte Europaviertel hinzuweisen. Dabei hatte dessen Gestaltung der Europaallee den Spitznamen Stalinallee eingebracht. Und er wünsche sich breite Fußwege, sagte der Dezernent, bei vier bis 4,5 Meter seien schöne Außengastronomien möglich.

          In einem ersten Bauabschnitt, mit dem möglicherweise schon 2022 begonnen werden kann, wird die Wohnungsgesellschaft ABG zunächst das Gelände des Betriebshofs der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) bebauen. Wie berichtet, wird die Buswerkstatt vom Römerhof auf ein Grundstück in Rödelheim verlagert. Auf der Fläche zwischen der Lorscher Straße, der Guerickestraße und dem Nordwestkreuz befindet sich bisher eine Baumschule. Das Stadtplanungsamt prüft, ob für die Realisierung ein Bebauungsplan notwendig ist. In diesem Fall rechnet ABG-Chef Frank Junker damit, dass erst 2022 mit der Verlagerung des Betriebshofs angefangen werden kann. Dann könnte frühestens Ende 2023 mit dem ersten Bauabschnitt am Römerhof begonnen werden.

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