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Frankfurter Stadtpolizei : Zunehmend Müll und „andere Hinterlassenschaften“

Verfehlt: Müll außerhalb einer vollen Tonne, gesehen am Mainufer in Frankfurt Bild: Helmut Fricke

Die Frankfurter Stadtpolizei hat ihre Statistik für 2019 vorgestellt. Corona-Kontrollen spielten da noch keine Rolle. Ein großes Problem aber sehen die Ordnungshüter in dem, was Menschen in Grünanlagen und auf Plätzen hinterlassen.

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          Die Stadtpolizei des Frankfurter Ordnungsamtes will künftig stärker gegen die Vermüllung in der Stadt vorgehen. Wie Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) am Dienstag bei der Vorstellung der stadtpolizeilichen Statistik sagte, hat sich offenbar das Freizeitverhalten vieler Bürger stark verändert. „Es sind mehr Menschen in der Stadt, und mitunter wird sich nicht überall an Regeln gehalten. Die Menschen haben keine Hemmungen mehr.“ Ein Ärgernis ist laut Frank nicht nur, dass nach größeren Ansammlungen Verpackungsmüll und Essensreste liegen gelassen werden, wie etwa am Mainufer oder auf dem Opernplatz.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Vor allem auch das Urinieren im öffentlichen Raum habe zugenommen, „auch auf Plätzen, die mit viel Mühe schön hergerichtet worden sind“. Der Leiter der Stadtpolizei, Matthias Heinrich, sagte, das Müllproblem „zieht sich inzwischen durch alle Schichten. Man kann sagen: Da hat die gute Kinderstube versagt“. Wenn die Verursacher angesprochen würden, gebe es häufig „lange Diskussionen“. Zudem gebe es aber auch Berichte der Stadtpolizei von „anderen Hinterlassenschaften“.

          Wie Armut zementiert wird

          Nach den Worten von Matthias Heinrich sind Fäkalien vor allem ein Problem, das im Bahnhofsviertel vorkomme, vereinzelt aber auch an anderen Orten der Innenstadt und in den Stadtteilen. Als weiteres Problem bezeichneten Frank und Heinrich die aggressive Bettelei, die stark kontrolliert werde, sich aber inzwischen im gesamten Stadtbild zeige.

          Als einen Grund dafür nannte Frank die Zahl der zugereisten Osteuropäer, die zu dieser Szene gehörten. „Indem diese Art der Bettelei durch das Geben von Geld gefördert wird, wird diese Form der Armut nur zementiert“, sagte er. Stattdessen müsse es darum gehen, die Menschen aus der Armut herauszuholen.

          Erfolge verzeichnete die Stadtpolizei unter anderem bei der Bekämpfung illegal aufgestellter Glücksspielautomaten. Zudem wurden die 86 registrierten Shisha-Bars in der Stadt regelmäßig kontrolliert. In 46 Fällen der sogenannten immissionsschutzrechtlichen Überprüfungen hat die Stadt Bußgeldverfahren eingeleitet – das sind doppelt so viele wie noch im Jahr zuvor.

          Die neue Leiterin des Ordnungsamtes, Karin Müller, bezeichnete die Statistik als „Beispiel dafür, was die Stadtpolizei das ganze Jahr über geleistet hat“. Insgesamt wurde die Zeit, die die Stadtpolizei auf der Straße unterwegs war, deutlich erhöht. So waren die Mitarbeiter im vergangenen Jahr rund 76.280 Stunden auf Streife.

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