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Frankfurter Schulgemeinde schockiert : Unbekannte sägen Anne-Frank-Kastanienbaum ab

  • Aktualisiert am

Abgesägt: Unbekannte haben den Anne-Frank-Baum in Frankfurt gefällt und gestohlen Bild: Finger, Stefan

Unbekannte fällen und stehlen den Anne-Frank-Gedenkbaum vor einer Frankfurter Schule. Lehrer und Schüler sind schockiert. Der Baum ist nicht zu ersetzen.

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          Der Anne-Frank-Kastanienbaum erinnerte jahrelang vor einer Schule in Frankfurt an das jüdische Mädchen und sein Schicksal - jetzt haben Unbekannte den Baum gefällt und gestohlen. Der Ableger des Kastanienbaums vor dem Amsterdamer Anne-Frank-Haus sei zwischen Donnerstag und Montag abgesägt und abtransportiert worden, teilte die Polizei in Frankfurt mit.

          Der Hintergrund der Tat sei noch völlig unklar, sagte eine Sprecherin. Bis zum Dienstagabend hatte die Polizei keinerlei Hinweise. Der symbolträchtige Baum stand vor der Anne-Frank-Schule und war dieser 2008 geschenkt worden. Das jüdische Mädchen, das 1929 in Frankfurt geboren wurde, starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Durch ihr Tagebuch wurde Anne Frank weltberühmt.

          Vergangen: die mittlerweile gefällte Anne-Frank-Kastanie in Amsterdam, deren Ableger in Frankfurt nun von Unbekannten abgesägt worden ist

          „Wir sind alle noch sehr schockiert, das war natürlich nicht nur ein Baum für uns“, sagte die Schulleiterin Till Lieberz-Groß. Mit Hilfe eines Landschaftsgärtners und wechselnder Schülerpaten  sei der geschwächte Ableger aus den Niederlanden jahrelang aufgepäppelt worden, bis er schließlich ein stabiler Baum wurde. Neben dem Schulhof sollte er den Schülern Schatten spenden, ein Schild wies auf seine Bedeutung hin.

          „Er wurde respektiert, die Jugendlichen waren stolz darauf - ich
          bin mir ziemlich sicher, dass es kein Schüler von uns war“, sagte die Direktorin. Der Diebstahl sei am Dienstag beherrschendes Thema in den Pausen und dem Unterricht gewesen: „Die Schüler waren alle sehr traurig und betroffen.“

          Ein Landschaftsgärtner habe sich den Baumstumpf inzwischen
          angesehen und von einer gut geplanten Aktion gesprochen: Ein glatter Schnitt, das Stützgerüst ordentlich beiseite geräumt und der Baum abtransportiert. „Das ist nicht die Tat von Jugendlichen.“ Die Direktorin vermutete eher einen „Trophäensammler“ mit fragwürdigempolitischen Hintergrund.

          Besonders tragisch für Lieberz-Groß ist, dass das zweieinhalb
          Meter große Gewächs nicht ersetzbar ist: Der Original-Baum vor dem Amsterdamer Anne-Frank-Haus, der auch in ihrem Tagebuch beschrieben wird, ist inzwischen wegen Morschheit gefällt worden. Ein neuer Ableger ist somit nicht möglich. „Wir können nur hoffen, dass der Stumpf wieder austreibt.“

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