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Reaktionen auf die Wahlpanne : „Beschämend, peinlich, heftig“

Hier zählte nicht jede Stimme: Im Wahllokal in der Gruneliusschule sind gravierende Fehler passiert. Bild: Wolfgang Eilmes

Frankfurter reagieren auf die Wahlpanne: Viele Oberräder staunen, wie es zu einer derart krassen Fehlern in ihrem Stadtteil kommen konnte. Einige aber wundern sich nicht.

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          Der Kiosk an der Buchrainstraße ist gut sortiert. Es gibt Kaffee und Marzipancroissants, Zeitungen, Windeln und Schnaps. Außerdem gibt es ein Thema, zu dem fast jeder Kunde etwas zu sagen hat. Die Wahlpanne in ihrem Stadtteil ärgert viele Oberräder maßlos. 364Stimmen wurden im Wahlbezirk 38004 rund um die Gruneliusschule nicht gewertet, weil ein Schriftführer nur ein Teilergebnis ans Wahlamt durchgab und der Fehler wegen einer Computerpanne nicht bemerkt wurde. Das war beileibe nicht das einzige Malheur bei der Landtagswahl in Frankfurt, aber eines der gravierendsten.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ein Mann im Kiosk darf seit 15 Jahren in Deutschland wählen. Er kommt aus Afghanistan, in seiner Heimat war das mit dem Wählen nicht so einfach. Er hat in der Gruneliusschule abgestimmt, vier Häuser entfernt. Auch seine Stimme wurde zunächst vergessen und erst mit zwei Wochen Verspätung gewertet. Er hatte Erst- und Zweitstimme derselben Partei gegeben. Der Schriftführer hatte dem Wahlamt versehentlich aber nur jene Wahlkreis- und Landesstimmen durchgegeben, die auf verschiedene Parteien verteilt worden waren. Wie der Mann im Kiosk das findet? „Nicht in Ordnung. Wenn man wählt, dann muss die Stimme auch zählen.“

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