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Früherer Bundespräsident : Gauck beklagt die Marginalisierung von Menschenrechten

  • Aktualisiert am

Gauck nimmt den Franz Werfel-Menschenrechtspreis entgegen; ausgelobt von der Stiftung des Zentrums gegen Vertreibungen. Bild: dpa

Der ehemalige Bundespräsident Gauck spricht in der Frankfurter Paulskirche von „nackter Ignoranz“ und „realpolitischer Überforderung“, wenn es darum gehe, Menschenrechte durchzusetzen.

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          Alt-Bundespräsident Joachim Gauck ist am Sonntag mit dem Franz Werfel-Menschenrechtspreis der Stiftung des Zentrums gegen Vertreibungen ausgezeichnet worden. In seiner Dankesansprache erinnerte Gauck an das Schicksal der mehr als 80 Millionen Menschen, die derzeit weltweit auf der Flucht sind. „Vor unserer Haustür in Europa sehen wir die schrecklichen Folgen“, sagte Gauck mit Blick auf die Toten im Mittelmeer. Flucht und Vertreibung weltweit zu bekämpfen, heiße auch, Fluchtursachen zu bekämpfen, wo immer das möglich sei. „Ich frage mich, ob wir nicht mehr tun könnten, als wir tatsächlich tun.“

          Gauck kritisierte „nackte Ignoranz“ und „realpolitische Überforderung“, wenn es darum gehe, Menschenrechte durchzusetzen. Trotz aller Beteuerungen habe die internationale Gemeinschaft Genozide und Vertreibungen nicht verhindern können. „Wir kennen die Geringschätzung und Marginalisierung von Menschenrechten, wenn es darum geht, wirtschaftliche Interessen durchzusetzen“, sagte Gauck. Ausdrücklich erwähnte er die Situation der Opposition in Belarus.

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