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Frankfurter „Meinungsfilter“ : Kampf dem Zigarettenmüll

Platt getreten: Zigarettenkippen pflastern schon immer den Weg in den Innenstädten. (Symbolbild) Bild: dpa

Frankfurt will vermehrt gegen achtlos weggeworfene Zigarettenreste vorgehen. Das „Meinungsfilter“-Projekt soll Raucher dazu anhalten, die Kippen korrekt zu entsorgen. Die Umweltdezernentin gebraucht drastische Worte.

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          Acht von zehn Zigaretten, die in Frankfurt geraucht werden, landen am Ende nicht im Müll, sondern in den Grünanlagen oder auf der Straße. „Dabei ist jede weggeworfene Zigarettenkippe wie eine Zeitbombe“, hat Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Die Grünen) gestern bei der Vorstellung eines neuen Präventionsprojektes gegen Zigarettenverschmutzung mitgeteilt. Sonne und Regen zersetzten die Kippen und mit ihnen die giftigen Inhaltsstoffe wie Nikotin, Blei und Arsen, die auf diese Weise in Boden und Wasser landeten. Dort würden sie von Vögeln und Fischen gefressen. Eine Nahrungsaufnahme, die für die Tiere meist tödlich sei. Schlimmstenfalls gerate das Gift sogar in das Trinkwasser.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Um die Raucher dazu zu bringen, die Kippen nicht einfach wegzuwerfen, sondern korrekt zu entsorgen, hat der Verein Enactus einen sogenannten Meinungsfilter namens „ReCigs“ entworfen. Der Meinungsfilter hat die Größe eines Hausbriefkastens, wird in Augenhöhe an Masten aufgehängt und fordert den Nutzer auf, durch das Hineinwerfen seiner Zigarettenkippe eine Frage zu beantworten. So steht am „ReCigs“ etwa: „Wo ist abends mehr los? – Hibbdebach oder Dribbdebach“. Der Raucher hat zwei Einwurfmöglichkeiten und kann mit seiner Kippe die Frage so beantworten, wie er es für richtig hält.

          Den ersten „Meinungsfilter“ hat die Stabsstelle Sauberes Frankfurt jetzt am Mathias-Beltz-Platz im Nordend angebracht. Dort halten sich nach Angaben der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) viele Menschen auf. Und diese würden leider auch oft ihre Kippen einfach auf den Boden werfen, teilte Michael Werner von der FES mit. Doch gerade für die Entsorgungsbetriebe sei es schwierig, die Zigarettenstummel vom Boden aufzulesen, vor allem dann, wenn der Untergrund uneben sei.

          Die FES unterstützt deshalb das neue Meinungsfilter-Projekt und übernimmt die regelmäßige Leerung. Weitere Filter sollen in den nächsten Wochen an der Königsteiner Straße, der Leipziger und Berger Straße, am Bahnhofsvorplatz und in Alt-Sachsenhausen angebracht werden. Das Projekt ist Teil der Sauberkeitskampagne #cleanffm.

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