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Im Wald : Anne Imhof und Burberry

Hinter den Kulissen: Im Wald mit Burberry und Anne Imhof Bild: Reuters

Die Frankfurter Künstlerin Anne Imhof ist bekannt für düstere und manchmal verstörende künstlerische Welten. Die Modenschau der bunt-blumige Kollektion von Burberry hat sie in ihrem Stil inszeniert.

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          Ob sie dafür wohl in Naturalien bezahlt wurde? In Blusen, Schals, Kleidern? So richtig kann man es sich nicht vorstellen, denn zum Stil der grundsätzlich schwarz gekleideten Frankfurter Künstlerin Anne Imhof passt das, was Designer Riccardo Tisci für die Frühjahrskollektion der Luxusmarke Burberry entworfen hat, eigentlich nicht. Bunt und blumig erscheint seine Mode. Doch die Modenschau, auf der er sie präsentierte, hat Imhof inszeniert, die Frau fürs Düstere und Verstörende, die an der Städelschule studiert hat und 2017 bei der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. In einen Wald hat Imhof die Models geschickt, martialische Gerätschaften aufgebaut, wie man sie von ihr kennt. Publikum war nicht zugelassen. Aber es gibt die Videos, die man auf den Websites der Fashion-Magazine bewundern kann.

          Ein bisschen mulmig wird einem immer wieder, wenn Künstler gemeinsame Sache mit Marken machen, wenn sie Espressotassen entwerfen oder Läden gestalten. Es passt nicht zu dem Bild von den Freigeistern, die kompromisslos ihr Ding durchziehen, das in unseren Köpfen spukt. Künstler sind für uns Wesen, die frei von Kommerz sein sollen. Auch wenn wir wissen, dass das absurd ist, wenn man bedenkt, wie auf dem Kunstmarkt auf schwindelerregende Weise das Geld hin und her wandert.

          Was Imhof für Burberry erdacht hat, das muss man eingestehen, ist wirklich gut. Im Netz findet sich neben den Modeschau-Videos auch ein Film, den die Künstlerin für die Marke gedreht hat und der einen mindestens genauso in den Bann zieht wie ihre Performances. Laute Gitarren, androgyne Wesen, rauhe Natur: Das sind die Versatzstücke, aus denen sich Imhofs verwirrend-schöne Erzählung speist. In Endlosschleife kann man sich das ansehen, am besten bei voller Lautstärke. Und irgendwann, beim dritten, vierten oder fünften Mal angucken, fällt einem dann auch gar nicht mehr auf, dass in der rechten Ecke des Bildes ein Logo prangt.

          Alexander Jürgs

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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