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Tumorentfernung : Hellwach bei der eigenen Hirn-Operation

Die Ärzte des Klinikums Höchst versuchen, gesunde Hirnzellen bei dem Eingriff zu schonen. Bild: Klinikum Frankfurt Höchst

Während sie den Tumor in seinem Kopf entfernen, spricht der Patient mit den Ärzten. Wenn er flucht, sind sie zufrieden. Ein Eingriff, der starke Nerven erfordert – von allen Beteiligten.

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          Von Metallica war nie die Rede. Irritiert hält der Neurochirurg inne. Fragt noch einmal nach: „Wie heißt Ihre Lieblingsband?“ Der Patient überlegt. Sein freiliegendes Gehirn pulsiert. „Metallica“, wiederholt er. Kopfschütteln beim Chirurgen. „Rammstein. Es hätte Rammstein kommen müssen“, sagt er und setzt seine Arbeit fort. Millimeter um Millimeter legt er einen bösartigen Tumor frei, der auf das Sprachzentrum des Patienten drückt. „Vielleicht kommt unter Narkose der wahre Musikgeschmack hervor“, mutmaßt Stefan Grossauer, leitender Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie am Klinikum Höchst.

          Marie Lisa Kehler

          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Dem Patienten ist trotz der bemühten Lockerheit im Operationssaal nicht zum Lachen zumute. Stattdessen hustet er. Der Tubus, der ihm im Rachen steckt, stört ihn beim Reden. Aber genau das wird von ihm verlangt. Er muss fortwährend sprechen, während die Neurochirurgen versuchen, ihm einen etwa drei Zentimeter großen Tumor zu entfernen – bei vollem Bewusstsein. Die Operation an sich sei keine Seltenheit, sagt der Chefarzt der Neurochirurgie am Klinikum Höchst, Martin Barth. Aber die Tatsache, dass der Patient während der Operation ansprechbar sein müsse, stelle alle vor eine Herausforderung.

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